Frühe Lese – viel Federweißer

Jetzt ist aber genug. Was zuletzt an Regen vom Himmel fiel, reicht dicke, damit die Reben in der jetzt beginnenden Reifephase zum alles entscheidenden Endspurt ansetzen können. Sonnenanbetern hat der verkorkste Sommer einen Strich durch die Rechnung gemacht, nicht jedoch den Winzern.

Trotz des durchwachsenen Juli-Wetters haben die Trauben immer noch einen Wachstumsvorsprung von mindestens 14 Tagen gegenüber dem langjährigen Durchschnitt. Der Wechsel aus Sonne und Regen war für die Entwicklung der Trauben nicht schädlich, sondern eher von Vorteil.

Das bedeutet: Die Hauptlese der frühen Sorten wird sehr früh beginnen. In Rheinhessen und der Pfalz erwartet man in den frühen Lagen den Erntebeginn um den 1. September, in späten Lagen um den 10. September. An der Mosel wird es nicht viel anders sein. Die frühe Lese bietet den deutschen Winzern die Chance, viel früher als sonst Federweißen anzubieten. Das Geschäft mit dem gärenden Most machen vor allem die Italiener. In der Regel sind die Italiener mit ihrem Federweißen sechs Wochen früher auf dem deutschen Markt. In diesem Jahr haben sie aber nur einen geringen Vorsprung. Das sollten die deutschen Winzer, auch die Moselwinzer, nutzen. Zumal im Vergleich zu den Vorjahren eine relativ große Weinmenge zu erwarten ist.

Der Müller-Thurgau, auch Rivaner genannt, ist nach dem spät reifenden Riesling die zweitwichtigste Rebsorte an der Mosel. Die Trauben sind säurearm und aromatisch. Der Most ist ideal für Federweißen.

In den kommenden Wochen ist an der Mosel mächtig was los. Viele Tausend Menschen besuchen die Wein- und Straßenfeste. Und sie haben Durst auf heimischen Federweißen und Lust auf frischen Zwiebelkuchen. Diesen Genuss sollte man ihnen nicht vorenthalten.

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