Früher und heute aktuell

Wenn etwas Neues beginnt, wie jetzt dieses Jahr, sind wir Menschen bemüht, dieses Neue gut zu nutzen oder gut zu machen. Wir haben Wünsche und Hoffnungen in beziehungsweise für dieses Neue. So auch für 2009. Im Evangelischen Gesangbuch findet sich das Lied "O Gott, du frommer Gott".

Auf dem Hintergrund politischer und kirchenpolitischer sowie leidvoller persönlicher Erfahrungen meditiert Johann Heermann (1585 - 1647) das Leben. In Bitten gekleidet, antwortet er auf Lebenssituationen und -anfragen. In seinen Antworten zeigt sich, dass die Grundthemen des Menschseins durch die Jahrhunderte hindurch die gleichen geblieben sind: meine Beziehung zu Gott, der Umgang mit mir selbst und dem Nächsten, mein Verhältnis zu meinem Besitz. Aus dem vergangenen Jahr begleiten uns noch Begriffe wie etwa Klimawandel, Kinderarmut, Neonazis und Finanzkrise. Und so mag die Sprache altertümlich und befremdlich sein, doch inhaltlich hat dieses Lied nichts an Lebenspraxis und Aktualität verloren. Heermanns Bitten können auch uns bedenkenswerte Leitlinien sein. Unter anderem lesen wir: "O Gott, du frommer Gott, du Brunnquell guter Gaben, ohn den nichts ist, was ist, von dem wir alles haben: Gesunden Leib gib mir und dass in solchem Leib ein unverletzte Seel und rein Gewissen bleib. Gib, dass ich tu mit Fleiß, was mir zu tun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet. Gib, dass ich's tue bald, zu der Zeit, da ich soll und wenn ich's tu, so gib, dass es gerate wohl. Lass mich mit jedermann in Fried und Freundschaft leben, soweit es christlich ist. Willst du mir etwas geben an Reichtum, Gut und Geld, so gib auch dies dabei, dass von unrechtem Gut nichts untermenget sei."

Mit den besten Wünschen für ein gutes Jahr 2009.

Monika Bauer-Stutz aus Wengerohr ist Gemeindereferentin der Pfarreiengemeinschaft Mehring-Pölich-Ensch

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