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Früherer Orts-Chef mischt wieder mit

Früherer Orts-Chef mischt wieder mit

MERSCHBACH. Ein ungewöhnliches Bild in der Merschbacher Gemeinderatssitzung: Ortsbürgermeisterin Iris Hornberg führte ihren Vorgänger Michael Heinz in sein neues Amt als neues Ratsmitglied ein.

In so mancher Gemeinde sitzt der Alt-Bürgermeister mit am Ratstisch. Das funktioniert, je nach Temperament und Situation, unterschiedlich gut. Im 60-Einwohner-Ort Merschbach sind die Voraussetzungen für eine reibungslose Zusammenarbeit nicht die besten. In der zweitkleinsten Gemeinde in der Verbandsgemeinde Thalfang rückte in der jüngsten Sitzung Michael Heinz für den zurückgetretenen Fabian Neumann nach. Jener Michael Heinz, der bis vor drei Jahren Bürgermeister und im Unfrieden mit seinen Gemeinderatsmitgliedern im Herbst 2003 zurückgetreten war. Ratsmitglieder hatten ihm damals Unregelmäßigkeiten vorgeworfen und ihm deshalb die Entlastung verweigert. Sie war letzten Endes doch erteilt worden. Auch die Kommunalaufsicht sah schließlich keinen Grund einzuschreiten. Zuvor war Heinz allerdings zurückgetreten. Aus beruflichen Gründen, wie er bis heute versichert. Alt-Bürgermeister blieb stumm

Der Rücktritt von Heinz hatte vor allem deshalb für Aufsehen gesorgt, weil der Gemeinderat in mehreren Anläufen keinen Nachfolger fand. Bei der Kommunalwahl 2004 war es dann endlich so weit: Die neue Bürgermeisterin hieß Iris Hornberg. Bei den Wahlen zum Ortsgemeinderat erreichte ihr Vorgänger allerdings einen aussichtsreichen Platz. Als jetzt Fabian Neumann sein Mandat niederlegte, rückte er in das Gremium nach. Der 44-jährige Bauingenieur und Zimmermann wurde von seiner Nachfolgerin in sein neues Amt eingeführt. "Wir müssen abwarten, was daraus wird", äußert sich Hornberg zurückhaltend zum neuen Ratsmitglied. Sie sei ein wenig überrascht gewesen, dass er das Mandat angenommen habe. Die Berichterstattung an sich war ihr offenbar weniger recht: "Ich habe die Presse nicht bestellt." Wie sich die neue Zusammenarbeit zwischen dem Alt-Bürgermeister, seiner Nachfolgerin und dem neuen Rat gestaltet, bleibt abzuwarten. Heinz folgte der Sitzung stumm, stimmte allerdings beim einzigen anderen Tagesordnungspunkt, der Friedhofssatzung, gegen den ansonsten einstimmig gefassten Beschluss. Das Gremium verabschiedete vor allem eine Änderung der Ruhezeit. Zum Stichtag 15. Februar 1995 war sie von 30 auf 20 Jahre verkürzt worden. Das hätten einige Bürger als zu kurz empfunden, sagte die Ortsbürgermeisterin und plädierte deshalb künftig für 25 Jahre. Auch Urnengräber sind auf dem Friedhof künftig zugelassen. Sie werden die Maße 80 mal 80 Zentimeter haben und von Platten eingefasst sein. Angehörige können sie mit stehenden Grabsteinen versehen. Zudem gibt es künftig die Möglichkeit, eine Urne in einem Reihengrab beizusetzen, wenn das Grab noch eine Mindestruhezeit von 15 Jahren hat. Eine gute Nachricht hatte die Ortsbürgermeisterin noch für Ratsmitglieder und Zuhörer. Nachdem die Suche nach einem Gemeindearbeiter zunächst ergebnislos verlaufen war, hat sich jetzt offenbar ein Auswärtiger gefunden, der beispielsweise den Heckenschnitt am Friedhof auf 400-Euro-Basis vornehmen werde. Er soll voraussichtlich zum 1. November seinen Dienst beginnen. Zur Bauabnahme am Weg an der Kapelle hatten zuvor einige Anwohner ihren Unmut geäußert. In der Zwischenzeit sei allerdings "alles behoben", erklärte Hornberg. Im Übrigen gebe die Firma fünf Jahre Garantie. Wenn sich noch Mängel herausstellen sollten, müsse die Firma dafür geradestehen.