Fünf Jahre Jugendstrafe

Nicht wegen Totschlags, sondern wegen Körperverletzung mit Todesfolge wurde gestern ein 21-jähriger Mann aus Birkenfeld verurteilt.

Birkenfeld/Bad Kreuznach. (rm/kuk) Mit dem Tod eines 41 Jahre alten Mannes endete am Nachmittag des 31. März in Birkenfeld ein mehrtägiges Trinkgelage in einer Wohnung. Im Alkoholrausch mit etwa 2,29 Promille im Blut erdrosselte ein 21-Jähriger seinen Kumpel, den er schon seit sechs Jahren kannte. Bei dem Opfer wurden vier Promille Alkohol im Blut gemessen.Kammer folgt Antrag der Staatsanwaltschaft

Am Donnerstag verurteilte ihn nun die Jugendkammer am Bad Kreuznacher Landgericht zu einer Jugendstrafe von fünf Jahren, und zwar nur noch wegen "Körperverletzung mit Todesfolge". Die Anklage hatte zunächst auf Totschlag gelautet.Am Nachmittag des 31. März hatte der Deutschrusse mit seinem 41-Jährigen Kumpel in dessen Wohnung zusammen getrunken und Karten gespielt. Im Verlauf eines Streits habe der Angeklagte dann den älteren Mann erdrosselt, wie ein Rechtsmediziner in seinem Gutachten feststellte.Mit dem Urteil folgte die Kammer unter Vorsitz von Richter Volker Mey dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Verteidiger Welf Fiedler bezeichnete die Entscheidung des Gerichts als vernünftig. So könne sein Mandant in der Jugendstrafanstalt den Schulabschluss machen, sich beruflich orientieren und auch endlich versuchen, von seiner Alkoholsucht loskommen. Außerdem werden Jugendstrafen nach drei Jahren getilgt und erscheinen dann nicht mehr auf dem polizeilichen Führungszeugnis, was beispielsweise für Bewerbungen natürlich von enormer Bedeutung sein kann.Sofort die Polizei verständigt

Immerhin habe der mehrfach vorbestrafte Angeklagte in seinem Leben noch nichts Redliches geleistet, betonte Richter Mey in seiner mündlichen Urteilsbegründung. Sein Hang zum exzessiven Alkoholgenuss habe letztlich zum Tod eines Menschen geführt. Das sei allerdings nicht in Absicht geschehen. Von Beginn an habe der Angeklagte beteuert, dass er seinen Kumpel nicht umbringen wollte. Außerdem habe er sofort die Polizei verständigt, als ihm die Folge seiner Tat bewusst geworden war. "Das macht niemand, der absichtlich jemanden tötet."Angeklagte mache sich große Vorwürfe

Sein Mandant mache sich große Vorwürfe und bedauere den Tod seines Kumpels aufrichtig, versicherte Rechtsanwalt Fiedler. Der Angeklagte selbst entschuldigte sich in seinem letzten Wort vor der Urteilsverkündung mit Blick zu den Angehörigen des Opfers. "Ich habe das wirklich nicht gewollt." Der 21-Jährige nahm das Urteil an.

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