Für 2,50 Euro ins Klassik-Konzert

Für 2,50 Euro ins Klassik-Konzert

Junge Leute sitzen eher selten bei Konzerten des Mosel Musikfestivals im Publikum. Eckart Prüm will dies mit Hilfe des Fördervereins ändern. Das Kontingent für 2009 ist schon ausgeschöpft.

Wehlen. Eckart Prüm hat durch ungewöhnliche Spenden-Aktionen in seinem Heimatort Wehlen viel Aufmerksamkeit erregt. Profitieren sollen davon das "Haus Kaspari", das die Gemeinde nutzen will, und die marode Kirchenorgel. Prüm, der in Frankfurt wohnt, aber oft in Wehlen ist, will beträchtliche Summen spenden, wenn auch die Bürger ihr Scherflein beisteuern (der TV berichtete). Außerdem hat er mit seinem Bruder Jost 2007 eine Stiftung (Grundkapital 50 000 Euro) ins Leben gerufen, deren Erträge der Gemeinde zugutekommen.

Eckart Prüm ist auch eifriger Besucher des Mosel Musikfestivals. Dabei ist ihm aufgefallen, dass dort vorwiegend älteres Publikum sitzt. Weil der Unternehmensberater auch junge Leute an die klassische Musik heranführen will, hat er erneut den Geldbeutel geöffnet und 2000 Euro zur Verfügung gestellt. Damit werden Karten subventioniert. Der Verein "Freunde des Mosel Musikfestivals" hat weitere 1000 Euro spendiert. Die jungen Leute müssen nur 2,50 Euro pro Karte bezahlen.

Diese Aktion sei sehr gut angelaufen, die Summe sei bereits erschöpft, berichtet Vereins-Vorsitzender Wolfgang Lichter. Er warb bei den Lehrern der Kreismusikschulen Bernkastel-Wittlich, Cochem-Zell und der Stadt Trier für die Aktion.

"Beim Konzert `Vivaldi in Venedig´ in Kloster Machern habe ich erstmals viele Jugendliche gesehen", freut sich Prüm. "Ich finde das wunderbar. Die Resonanz ist großartig", sagt Festival-Intendant Hermann Lewen. Es sei auch das Anliegen des Fördervereins, mehr junge Leute in die Konzerte zu bringen, sagt Wolfgang Lichter. Das sei nun gelungen. Er geht davon aus, dass die Aktion fortgesetzt wird.

Meinung

Ein Geschenk des Himmels

"Eckart Prüm ist ein Geschenk des Himmels", sagt die Wehlener Ortsvorsteherin Gertrud Weydert über den Mann, der so bereitwillig seinen Geldbeutel öffnet. In Wehlen ist er als Gönner schon bekannt, mit der Subventionierung von Eintrittskarten für jugendliche Freunde von klassischer Musik setzt er eine weitere Duftmarke. Er wird damit keinen Run junger Leute auslösen. Die Mehrzahl steht auf andere Musik. Aber es öffnet denen, die keine 25 oder 30 Euro bezahlen können, die Chance, Klassik in Vollendung zu Gehör zu bekommen. c.beckmann@volksfreund.de