1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Für den Chor und für die Gemeinschaft

Für den Chor und für die Gemeinschaft

Günter Thörnisch, Ehrenvorsitzender des Gemischten Chores Gielert, bleibt das Gesicht des Vereins. Nach 31 Jahren als Vorsitzender hat er sich zwar aus der Vorstandsarbeit verabschiedet - nicht aber vom Singen.

Gielert. Das Wort "gemeinsam" hat für Günter Thörnisch eine wesentliche Bedeutung. "Wir können nur weiter bestehen, wenn wir zusammenhalten", sagt der leidenschaftliche Sänger. Auch sein jahrzehntelanges Engagement als Vorsitzender des Gemischten Chores Waldeslust Gielert sieht er nicht als persönliche Leistung. "Ich hätte das nicht machen können, wenn ich nicht immer so einen tollen Vorstand gehabt hätte", lobt der 62-Jährige "die übrige Truppe".
Besonders wichtig ist das vor dem alljährlichen Lagerfeuerfest am letzten Augustsonntag. Dann putzen die Sänger alles besonders hübsch heraus und dekorieren Platz und Gebäude liebevoll der Jahreszeit entsprechend. Denn die 17 Aktiven - plus Chorleiterin Liane Marx - leben ihren Chor. Das beweist auch eine vor fünf Jahren aufgelebte Tradition: das Adventsingen unter dem Weihnachtsbaum am Kelterhaus. Während des Jahres tritt der Chor bei Sängerfesten auf oder erfreut Jubilare oder Hochzeiter mit einem Ständchen.
Auch Thörnisch lässt sich das nicht nehmen. Das Amt des Vorsitzenden, das er seit 1982 innehat, stellte er jedoch im Januar schweren Herzens aus gesundheitlichen Gründen zur Verfügung. "Es hat mir immer Spaß gemacht - der Chor liegt mir sehr am Herzen", versichert er. Daher will sich der neu ernannte Ehrenvorsitzende auch künftig "mit Rat und Tat" einbringen. In den 31 Jahren als Vorsitzender war Thörnisch der Zusammenhalt der Sänger ein großes Anliegen. Ebenso wie Anstrengungen, neue Sänger für den Chor zu gewinnen. Vorbei die Zeiten, in denen der Chor wie zu Thörnischs Eintritt 1978 noch mehr als 30 Sänger zählte. Andererseits sind Sorgen wie diese auch nicht neu, wie er weiß. Bei seiner formellen Verabschiedung wünschte er sich daher vor allem eines: "dass wir noch unseren Hundertsten feiern können." Ein Verein sei wichtig für das kulturelle Leben und die Gemeinschaft in einem Dorf.
Auch wenn der Posten des Vorsitzenden derzeit vakant ist: Die übrigen Vorstandsmitglieder gehen davon aus, jemanden für das Amt gewinnen zu können. Denn im Grunde sind sich alle einig, dass ihr Chor einfach weiter leben muss. urs
Extra

Der 1920 von 25 Männern und elf Frauen gegründete Gemischte Chor war ein halbes Jahrhundert lang, von 1925 bis 1974, ein Männergesangverein. Als er vor 40 Jahren als gemischtes Ensemble neu durchstartete, waren drei Frauen von Anfang an mit dabei: Renate Pfeiffer, Edith Loch und Sofie Biel. Anfangs wurde in Privathäusern gesungen, seit 1982 dann im damals neu gebauten Gemeindehaus. urs