Für Fußgänger ist Moselbrücke tabu

Für Fußgänger ist Moselbrücke tabu

Die Bauarbeiten an der Moselbrücke in Zell haben nicht nur Auswirkungen auf den motorisierten Verkehr: Während der über ein Jahr dauernden Sanierung ist die Brücke auch für Fußgänger gesperrt. Die Arbeiten können so schneller voranschreiten.

Zell. Für Fußgänger ist während der mehr als ein Jahr dauernden Bauphase die Zeller Moselbrücke gesperrt. Darauf haben sich der Landesbetrieb Mobilität Cochem-Koblenz (LBM) und Zells Stadtbürgermeister Hans Schwarz verständigt. Die Sperrung für Fußgänger bringt Vorteile: Die Bauzeit wird auf unbestimmte Zeit verkürzt, und finanziell kommt der Bauträger günstiger davon, auch weil kein Notgehweg gebaut werden muss.
Die Brücke, die für mehr als zwei Millionen Euro voraussichtlich bis Anfang 2014 grundhaft instand gesetzt wird, soll auch von Radfahrern gemieden werden. Ihnen wird empfohlen, die Fußgängerbrücke zwischen Kaimt und der Kernstadt (schiebend) zu benutzen. Sie können sich aber auch in den fließenden Baustellenverkehr auf der Brücke einfädeln.
"Das Abstimmungsgespräch mit dem LBM ist sehr konstruktiv verlaufen", sagt Stadtchef Hans Schwarz zufrieden. Seinem vor drei Wochen vorgelegten Vorschlag habe der LBM in Abstimmung mit dem bauausführenden Unternehmen entsprochen. Die Firma hatte dafür plädiert, die Fußgängerbrücke in die Überlegungen einzubeziehen. Für Grundschüler von der rechten Moselseite, die in Kaimt zur Schule gehen, hat der LBM jetzt erreicht, dass sie kostenlos mit einem Busticket ausgestattet werden. Und mit der Moselbahn ist eine Einigung darüber erzielt worden, dass Fahrgäste, die die Mosel queren möchten, von Ufer zu Ufer eine Station umsonst fahren dürfen.
Der LBM hatte im Vorfeld den Verkehrsfluss an der Brücke analysiert. Er legt angesichts von mehr als 6000 Fahrzeugen (darunter ein hoher Anteil an Lastwagen), die täglich über die Brücke fahren, großen Wert darauf, dass der Kraftfahrzeugverkehr bei einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Kilometer pro Stunde reibungslos fließt - und zwar zweispurig. Auch das verkürzt die Bauzeit, zumal ein einspuriger Ausbau zuvor im Gespräch gewesen ist. Ein weiterer Aspekt: Die Verkehrssicherheit wird erhöht, wenn Fußgänger nicht über einen Notgehweg müssen.
An der Abfahrt zum Schulzentrum in Kaimt wünscht sich Stadtchef Hans Schwarz im Übrigen noch ein weiteres Verkehrsschild. "Das müsste Fahrradfahrer auf die Fußgängerbrücke hinweisen, die sie benutzen dürfen", so Hans Schwarz. red

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