Für Nachwuchs ist gesorgt

BERNKASTEL-WITTLICH. Eine fundierte Ausbildung ist der beste Start in ein gelungenes Berufsleben. Mit gutem Beispiel voran gehen da fünf Handwerksbetriebe, die die Landrätin jetzt ehrte.

Im Handwerk wissen die Firmen-Chefs: Wen ich selbst ausgebildet habe, der passt auch am besten in meinen Betrieb. Das ist wohl auch der Hauptgrund dafür, dass die Ausbildungsquote im Handwerk noch immer überdurchschnittlich hoch ist. Glücklicherweise, so Landrätin Beate Läsch-Weber, sei der Kreis Bernkastel-Wittlich mittelständisch geprägt. "Das Handwerk ist eine zentrale Säule unseres mittelständischen Landkreises." Folglich treffen ihn die Hiobsbotschaften aus der Wirtschaft nicht so schwer wie andere Regionen. Jene fünf Handwerksmeister, die sie zu einer Feierstunde in ihre Verwaltung geladen hatte, gehen in Sachen Ausbildung schon seit vielen Jahren mit gutem Beispiel voran. Ihr kontinuierliches Engagement erfuhr nun die verdiente Ehrung. Der aus Wittliche stammende Hans Assmann übernahm bereits im Jahr 1986 den Betrieb seines Vaters. "Das muss aber schon ziemlich bald nach der Schule gewesen sein", so Läsch-Weber mit Hochachtung. Sanitär, Heizungs- und Klimaanlagen sind Assmanns Fachgebiet, in dessen Firma sich von derzeit 30 Mitarbeitern drei in der Ausbildung befinden. In den vergangenen zwei Jahrzehnten bildete Assmann insgesamt 50 junge Menschen aus, von denen er die besten persönlich übernommen hat. Umweltfreundliche Waschanlage

So auch Norbert Bohn, Dachdeckermeister aus Longkamp. Seit 1982 bildete er 23 Azubis aus, darunter zwei Handwerksmeister. Einer davon ist der eigene Sohn. Läsch-Weber: "Eine Nachfolgeproblematik wird es demnach in Ihrem Betrieb wohl nicht geben." Als Ford-Vertragshändler bietet das Autohaus Gorges in Morbach einen umfangreichen Rundum-Service für Fahrzeuge an, seit 2001 im Gewerbepark HuMos. Chef Nikolaus hält beispielsweise eine besonders umweltfreundliche Waschanlage vor. In den 17 Jahren seiner Existenz bildete der Betrieb insgesamt 18 junge Menschen aus: KFZ-Mechatroniker, Automobil- und Bürokaufleute. Noch gewaltiger ist die Zahl bei Krämer-Druck aus Bernkastel-Kues: Leo Krämer berichtet von 40 Lehrlingen in den vergangenen 30 Jahren, in denen sich sein Handwerk grundlegend geändert hat: Nass- und Selbstklebe-Etiketten für den internationalen Markt stellt das Unternehmen heute her. Aus einer anderen Branche stammt der Sehlemer Karl-Heinz Lehnen: Die Franz Lehnen Tief- und Straßenbau KG schaut bereits auf 77 Jahre Firmengeschichte zurück. Zurzeit beschäftigen Karl-Heinz und sein Bruder Klaus 200 Mitarbeiter, trotz wenig rosiger Meldungen aus diesem Arbeitsgebiet. Mehr als 30 junge Menschen haben die Brüder in den vergangenen 20 Jahren ausgebildet. Momentan sind dies eine Bürokauffrau und vier Straßenbauer. Ihren Dank sprachen im Kreishaus auch HWK-Vizepräsident Wolfgang Raab und Kreishandwerksmeister Hermann Schultze aus. Es sei "das richtige Zeichen zur richtigen Zeit", so Raab.

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