Für Tourismus und Ortskerne

DREIS/KESTEN. (red) Innenminister Karl Peter Bruch hat im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms in diesem Jahr 23 Gemeinden in Rheinland-Pfalz als Schwerpunktgemeinden anerkannt. "Damit profitieren dieses Jahr insgesamt 118 Dörfer von einer Schwerpunktanerkennung", sagte Staatssekretär Roger Lewentz.

Die Ortsgemeinde Kesten strebt mit Hilfe der Schwerpunktanerkennung besonders eine Erhöhung der Attraktivität des Ortskerns als Wohnstandort durch ortsgerechte Sanierung der Gebäude an. Damit einhergehen soll die Aufwertung des Alt-Orts zur Weiterentwicklung der Gemeinde als Fremdenverkehrsgemeinde. Erreichen will die Gemeinde dies durch bauliche Erneuerung, Renovierung und Modernisierung erhaltenswerter Bausubstanz sowie die Ergänzung des Ortskerns durch ortsgerechtes neues Bauen. Ein weiterer Punkt ist die Einbindung des Orts mit Hochwasserdamm in den Landschaftsraum. Die Ortsgemeinde Dreis will mithilfe der Schwerpunktanerkennung besonders die Neuordnung der Grundstückszuschnitte im historischen Ortskern durch Dorf-Flurbereinigung realisieren. Zur Erhaltung der historischen Siedlungsstruktur und zur Verbesserung des Alt-Orts soll durch ortsgerechte Sanierung der Gebäude die Gestalt- und Aufenthaltsqualität verbessert werden. Ziel ist eine Steigerung der Attraktivität des Ortskerns als eigenständiger Wohnstandort. Ergänzt werden soll dies durch ortsgerechtes neues Bauen. Im Landkreis Bernkastel-Wittlich wurde bereits in den Vorjahren die Ortsgemeinde Monzelfeld als Schwerpunktgemeinden anerkannt. Mehr als 1500 Projekte gefördert

Insgesamt konnten in den Jahren von 1991 bis 2006 mithilfe der Dorferneuerung im Landkreis Bernkastel-Wittlich 200 öffentliche und 1319 private Projekte gefördert werden. Die Zuwendungen aus dem Dorferneuerungsprogramm betrugen hierfür mehr als 25,1 Millionen Euro. "Die Schwerpunktanerkennung ist eine einzigartige Chance zur gezielten Stärkung der Innenentwicklung", sagte Staatssekretär Roger Lewentz. Eine nachhaltige Dorfentwicklung werde gefördert, die die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen in den Dörfern verbessert. Mit der Anerkennung als Schwerpunktgemeinde sei eine Art Selbstverpflichtung verbunden, sich der Dorferneuerung im besonderen Maße anzunehmen, so Staatssekretär Lewentz. "Ein besonderes Augenmerk sollte bei der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen liegen. Nur wer mitbestimmen und mitgestalten darf, identifiziert sich mit der geleisteten Arbeit und übernimmt Verantwortung", sagte Lewentz. Diese Akzentuierung der Dorferneuerung sei in besonderem Maße dazu geeignet, das Dorf noch attraktiver zu gestalten. Ein Indiz dafür seien über 850 eingereichte Projekte in den vergangenen sechs Jahren im Rahmen des Wettbewerbs "Kinder- und jugendfreundliche Dorferneuerung". Innenminister Karl Peter Bruch hatte daher diesen erfolgreichen Wettbewerb am 17. Januar erneut ausgeschrieben. Abgabefrist der Wettbewerbsunterlagen ist der 30. April. Es stehen Preisgelder in Höhe von 27 000 Euro für Kinder- und Jugendlichenprojekte zur Verfügung. Seit 1991 hat das Land Rheinland-Pfalz im Rahmen der Dorferneuerung mehr als 349 Millionen Euro an Fördermitteln in den ländlichen Raum investiert. Mehr 19 800 private und 3 200 öffentliche Maßnahmen seien unterstützt worden, so Lewentz.