Für wen ist Kreisverwaltung da?

Zum Artikel "Das Dorf darf seinen Laden nicht besitzen". (TV, 27. Juli)

Als Klausener Bürger kann ich die Überlegungen der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich nicht verstehen und auf gar keinen Fall gutheißen. Da bemüht sich eine Gemeinde, etwas für die Bürger und gegen den allgemeinen Trend zu tun. Den Trend nämlich, dass die Dörfer überaltern und unattraktiver für junge Familien werden. Die Gemeinde verbessert die Infrastruktur; sie richtet einen Laden ein. Ein privater Betreiber für diesen Laden wurde trotz intensiver Suche nicht gefunden. Jetzt läuft der Laden, die Bürger der Gemeinde nehmen ihn an. Und jetzt kommt die Kreisverwaltung und möchte die Gemeinde dafür bestrafen. Warum? Wem schadet dieser Laden? Warum darf eine Gemeinde nicht selbst aktiv werden? Warum darf die Gemeinde nicht versuchen, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen? Klausen hat sich in den letzten Jahren entgegen dem allgemeinen Trend positiv entwickelt. Die Bevölkerungszahl ist gestiegen und wird wohl auch in den nächsten Jahren weitersteigen. Bauland wurde erschlossen und von der Gemeinde zu moderaten Preisen an bauwillige Interessenten abgegeben. Das kann aber nur ein Teil sein. Auch in Klausen gibt es immer mehr ältere Mitbürger, die nicht mehr zum Supermarkt nach Salmtal oder Wittlich fahren können. Mit dem ÖPNV klappt das nicht. Warum soll diesen Menschen und den Familien, die sich keinen Zweitwagen leisten können, ein Stück Lebensqualität genommen werden, das sie durch diesen Laden gewonnen haben?Vor Kurzem haben viele kommunale Körperschaften den neuen Landesentwicklungsplan in vielen Punkten abgelehnt. Vor allem fürchtet man eine Verlagerung der Entscheidungen weg von den einzelnen Orten hin zu den übergeordneten Stellen. Und nun geht die Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich hin und möchte die Gemeinde Klausen, die aktiv etwas für ein zukunftsfähiges Dorf tut, ausbremsen und die Bemühungen zunichte machen. Für wen ist die Kreisverwaltung überhaupt da? Für die Bürger oder die wirtschaftlichen Interessen einzelner? Eigentlich müsste die Kreisverwaltung die Bemühungen in Klausen unterstützen und als Beispiel nutzen. Klaus Petri, Klausen Dorfladen