Glaube im Alltag : Fürchtet euch nicht!

Diesen Satz sagt Jesus im Evangelium dieses Sonntags. Er sagt es direkt dreimal, damit seine Apostel nicht den Mut verlieren.

Vermutlich blieb ich aufgrund meiner privaten Situation der vergangenen  vier Monate direkt an diesem Satz hängen.

Im Februar kam unser Sohn in der 24. Schwangerschaftswoche viel zu früh zur Welt. Seine Chancen standen schlecht, und er war in dieser Zeit dem Tod oft näher als dem Leben. Es versteht sich von selbst, dass ich unendlich große Angst hatte.

Auch ich hatte aber komischerweise genau diesen Satz im Kopf, als der Kleine ums Überleben kämpfte: „Fürchtet euch nicht! Ihr seid von Gottes Fürsorge getragen. Egal was geschieht, er ist bei euch!“ Das gab mir Kraft.

Ich war zudem unendlich dankbar für Menschen, die nicht schwiegen, sondern den Mut hatten uns ebenfalls zu sagen: „Fürchtet euch nicht! Gott ist bei euch und hat euch im Blick!“, wenn ich die Kraft dazu nicht mehr hatte, an allem zweifelte und die Angst vorherrschte. Denn ein solcher Zuspruch ist Balsam für eine verängstigte und furchtsame Seele. Daher hörte ich es gern, auch dreimal, bis es endlich bei mir ankam. Denn es tröstet, ermutigt, stärkt und lässt einen über sich hinaus wachsen und die Angst vergessen. Ohne diesen Zuspruch von Jesus und vielen anderen Menschen und das Vertrauen auf Gott hätte ich meine Angst nicht besiegen und nicht nach vorne schauen können.

Auch Jesus weiß, dass es viele Ängste auf der Welt gibt und macht uns somit immer wieder Mut, so wie im Evangelium.

So kann auch ich jedem, der Angst hat und mutlos ist, während wir das Krankenhaus nach vier Monaten mit einem lebenden Kind verlassen, aus eigener Erfahrung sagen und Mut machen:

Fürchte dich nicht! Hab keine Angst! Du bist in Gottes Hand, was auch geschieht!