Fütterungsverbot für Nilgänse kommt - Stadt Bernkastel-Kues will der Plage am Moselufer Herr werden

Fütterungsverbot für Nilgänse kommt - Stadt Bernkastel-Kues will der Plage am Moselufer Herr werden

Nilgänse gehören nicht an die Mosel. Darüber ist sich der Stadtrat Bernkastel-Kues einig. Ein Fütterungsverbot wäre wohl der einfachste Weg, um den Tieren den Aufenthalt madig zu machen. Im Auge hat der Rat aber das gesamte Ökosystem vor Ort, einschließlich der Mosel.

Ähnliche Schilder wie dieses in Köln sollen auch in Bernkastel-Kues stehen. Sie sollen darauf hinweisen, dass das Füttern der Gänse Gewässern und Trieren schadet. Foto: Annelie Servatius.

Einige Tage herrschte Ruhe am stark von Menschen und Fahrzeugen frequentierten Kueser Moselufer. Vor den Schaustellern und ihren zum Weinfest der Mittelmosel aufgebauten Buden und Fahrgeschäften mussten die Nilgänse kapitulieren und den Rückzug antreten.

Doch das Weinfest ist vorbei, und die Nilgänse sind wieder da. "Dann müssen wir eben das ganze Jahr den Rummelplatz betreiben", sagt Stadtbürgermeister Wolfgang Port in der Sitzung des Stadtrates Bernkastel-Kues, in der es um die Tierplage geht.

Schwäne und Enten ja, die gehören schon immer zum Bild der Mosel, aber nicht die Tiere, die ihren Ursprung in Afrika haben und andere Zweibeiner und sogar Falken vertreiben. "Die Nilgänse sind schlecht für das Ökosystem", sagt Gertrud Weydert (Grüne).

Der Rummelplatz wird nicht das ganze Jahr über betrieben und auch das Ansinnen von Dr. Hans Rothschenk (Unabhängige Bürgerunion) über die Ansiedelung des Adlers als natürlichem Feind ist nicht ernst gemeint.

Es gäbe die Möglichkeit, so der Mediziner, die Eier anzustechen, damit sie auslaufen. Dadurch werde das Ausbrüten verhindert. Aber: "Die Nilgänse brüten nicht direkt an der Mosel sondern im Hinterland." Die Nester zu entdecken, sei nicht einfach. Auf Bäumen oder Dächern nisteten die Tiere, wie kolportiert, nicht.

Um der ausufernden Nilgans-Population Herr zu werden, soll nun ein Fütterungsverbot ergehen. Darüber ist sich der Rat einig. Das sei der einzige Weg, um den Tieren ihren Aufenthalt zu verleiden. Auch der Naturschutzbund (Nabu) Rheinland-Pfalz unterstützt diese Pläne (der TV berichtete).

Kein Verständnis haben die Ratsmitglieder für Leute, die offenbar jede Nacht vorsätzlich zur Fütterung vorfahren. "Die Gänse kennen das weiße Auto schon und kommen angelaufen. Bei anderen Farben tun sie das nicht", bemerkt das Stadtoberhaupt.

Einfaches Schild reicht nicht

Robert Wies (FDP) plädiert für das rigorose Anzeigen solcher Personen. "Wenn drei Leute jeweils 500 Euro bezahlt haben, ist Ruhe", sagt er.

Ein einfaches Schild mit der Aufschrift "Tiere füttern verboten", reiche nicht, sagt Annelie Servatius (Unabhängige Bürgerunion). Es muss auch gezeigt werden, dass verfüttertes Brot oder andere Lebensmittel auch der Mosel nicht gut tun. "Das zieht auch Ratten an. Und die will erst recht keiner", sagt Servatius. Sie zeigt ein Foto, das in Köln auf die möglichen Folgen von ungezügelter Fütterung hinweist.

Ordnungsstrafen fürs Füttern

Solche Schilder sollen über das Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues angefordert werden, entscheidet der Stadtrat. "Wenn es nicht hilft, können wir über Ordnungsstrafen von 100 Euro reden", sagt Port.

Verbrieft sei wohl, dass Nilgänse auch die Eier von Falken aus dem Nest befördert haben. Es gebe nun in Bernkastel-Kues keine Falken mehr. "Dafür aber mehr Tauben."

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