Fund bei der A 1 in Wittlich: Hügelgrab beschäftigt Forscher

Kostenpflichtiger Inhalt: Geschichte : Hügelgrab bei der A1 in Wittlich gibt Archäologen weiter Rätsel auf

Bisher konnten noch keine Aussagen über den aktuellen Stand der Ausgrabungen getroffen werden, was die Zukunft bringen wird ist noch unklar. Momentan sieht es wohl nicht so vielversprechend aus wie erwartet.

Die Hoffnung, nahe der A1 in Wittlich eine Sensation durch Überreste eines Hügelgrabes entdeckt zu haben (der TV berichtete), scheint sich zwei Wochen später nicht zu bestätigen. Der zuständige Archäologe, Dr. Lars Blöck, konnte bisher noch keine Auskunft darüber geben. Der momentane Stand der Dinge sei noch nicht besonders aussagekräftig und „insgesamt sieht es im Moment nicht so gut aus“, so Blöck.

Die Spekulationen darüber, wer in dem Hügelgrab beigesetzt sein könnte, konnten auch noch nicht weiter geklärt werden. „Um sich über die Funde sicher zu sein wird es noch etwas an Zeit brauchen“, sagt Blöck.

Ob es sich wirklich um ein Elitegrab, wie zum Beispiel eine Grabstätte eines Fürsten, handelt, und zu welcher Zeit es sich zurück datieren lässt, ist noch nicht bekannt. Die Forscher nahmen bisher an, es handle sich am ehesten um ein Relikt der Keltenzeit. Wie es mit den Grabungen weitergehen wird und wann mit neuen Entdeckungen gerechnet werden kann, bleibt also noch für unbestimmte Zeit unsicher. Bis dahin bleibt das, was sich am Rande von Wittlich unter der Erde befindet, erst mal ein Rätsel.

Blöck, der bei der Generaldirektion Kulturelles Erbe zuständig ist, bleibt weiter an den Forschungen dran. Er hofft, dass er in ein bis zwei Wochen mehr über den Inhalt des Hügelgrabes und die Entdeckungen berichten kann.

Falls es sich wirklich um einen Fund der Kelten handle, würde das die historischen Forschungen in der Umgebung um einiges weiterbringen. Die Ausgrabungen seien einer der einzigen Wege, noch etwas über die keltische Geschichte in Wittlich herauszufinden, berichtete Blöck schon zu Beginn der Grabungen. Die Kelten zählen zu den ersten Siedlern in der Region, die bereits mehrere Jahrhunderte vor Christus Ansiedlungen gebaut haben. Keltische Kultur und Geschichte sind in der Region aber nicht erst seit Kurzem von Interesse. So gibt es im Raum Wittlich mehrere Funde mit keltischem Hintergrund.

Im nahe gelegenen Hunsrück, nur 20 Kilometer Luftlinie von Wittlich entfernt, wurde dem Thema sogar ein Archäologiepark gewidmet: Das Belginum. Die Forschungen dort laufen seit über 50 Jahren. 2002 wurde ein Archäologiepark mit Museum gebaut. Das zeigt, dass es sich lohnt, dem Thema Kelten in der Region Aufmerksamkeit zu schenken.

Momentan ist dort noch bis zum 3. November die Sonderausstellung „Was aßen Kelten und Römer? – Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt westlich des Rheins“ zu sehen. Generell beschäftigt sich die Forschung im Belginum damit, Informationen über Leben und Tod der Kelten und Römer zu finden. Nahe Wittlich kann auch bei Landscheid der keltische Ringwall Burscheider Mauer besucht werden.

In der Datenbank der Kulturgüter in der Region Trier im Internet gibt es Informationen zu vielen weiteren Entdeckungen aus der Keltenzeit. Beispielsweise die keltische Festung Wachenbach bei Spangdahlem, das Keltengrab auf Lenzerath bei Gerolstein und drei miteinanderverbundene keltische Viereckschanzen bei Enkirch zeigen die Vielfalt der keltischen Geschichte in der Region.

Das Belginum ist noch bis 3. November geöffnet, jeweils von 10 bis 17 Uhr. Montags außer Feiertag geschlossen. Die Außenanlagen sind frei zugänglich.

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