Funkelndes Dreigestirn führt Besucher zu den Spielstätten

Funkelndes Dreigestirn führt Besucher zu den Spielstätten

Innenhof, Weinmuseum, Gewölbekeller, Kapelle: Das Wandelkonzert in Bernkastel-Kues trägt seinen Namen zu Recht. Und es hat viele treue Besucher. Ein gutes Glas Wein gehört natürlich auch dazu.

Bernkastel-Kues. (mbl) Musik verschiedener Epochen und edler Moselwein gingen beim Wandelkonzert des Moselmusikfestivals eine heitere und beschwingte Verbindung ein. Das traditionelle Wandelkonzert des Moselmusikfestivals stieß erneut auf sehr große Besucherresonanz. So war es nicht verwunderlich, dass Hermann Lewen, Intendant des Moselmusikfestivals, strahlte als die untergehende Sonne, die den Innenhof des Cusanusstifts in ein besonderes Licht hüllte. In diesem einmaligen Konzertsaal unter azurblauem Abendhimmel gab es einen glänzenden Auftakt. Das Bernkasteler Kammerorchester eröffnete zusammen mit einem Bläserquartett sowie den beiden Solisten Jürgen Lejeune (Tuba) und Brigitte Gabriel (Sopran) unter der Leitung von Wolfgang Lichter einen Konzertabend, der seinesgleichen sucht. Denn das Wandelkonzert lebte von der Vielfalt an Darbietungen unterschiedlicher Musikepochen, wechselnder Musikensembles und Spielstätten. Der musikalische Bogen reichte von Musik aus Renaissance- und Barockzeit über die Romantik bis hin zu Werken des 19.Jahrhunderts. Die Einheit des Konzertabends in seiner großen Vielfalt beeindruckte nicht nur das Publikum, sie machte auch dem cusanischen Gedanken hier im Stift des Gründers alle Ehre. Vom Innenhof aus, der noch im Sonnenschein lag, ging es für die Konzertbesucher weiter, denn auch an einem der längsten Tage des Jahres warteten bereits die Vertreter der Nacht vor dem Eingang. Das "Dreigestirn" Sonne-Mond-Stern führte die Besucher gruppenweise zu den weiteren Spielstätten Weinmuseum, Gewölbekeller und Kapelle.Dort unterhielten einzelne Ensembles das Publikum mit heiter-beschwingter Musik. Das Blechbläserquintett aus Lehrern der Musikschule des Landkreises Bernkastel-Wittlich sowie zwei Kammermusikgruppen begeisterten mit ihren Darbietungen, bei dem Barock auf Moderne, wo "Flammende Rose" auf "Pink Panther" trifft. Als perfekter Pausenfüller erwies sich ein Glas Moselwein, bevor man sich zum Finale wieder im Stiftsinnenhof versammelte. Fackelschein verbreitete romantische Abendstimmung, das Orchester glänzte mit Ballettmusik aus Franz Schuberts "Rosamunde", die Sopranistin beeindruckte mit Luigi Arditis berühmtem "Kusswalzer", bevor als heimisches Bonbon der Walzer "Puszta-Klänge" des Bernkasteler Arztes und Komponisten Peter Kettenhofen (1897-1939) erklang."Ein herrlicher Abend mit hervorragender Musik und Interpreten", sagte Wilhelm von Kölln. Für Rita Lord, die bisher kaum eines der Konzerte versäumt hat, ist es die besondere Atmosphäre des "Wandelns", die die Veranstaltung immer zu einem einmaligen Erlebnis macht.