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Fußball macht Theorie verstehbarer

Fußball macht Theorie verstehbarer

SALMTAL/SIGMARINGEN. (red) Diskrete Mathematik, theoretische Grundlagen der Informatik, kombinatorische Optimierung: Das klingt für den Laien nach einer trockenen Materie. Diesen Stoff spannend zu vermitteln, dafür hat der aus Salmtal stammende Professor Walter Hower ein besonderes Talent. Er lehrt an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen und wird am 27. Oktober mit dem baden-württembergischen Landeslehrpreis ausgezeichnet.

Mit dem Landeslehrpreis will das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg einen Anreiz für die Verbesserung der Lehre an den Fachhochschulen geben. Er wird in diesem Jahr an der Hochschule Offenburg verliehen. In den vergangenen Jahren wurden jeweils mehrere Professoren ausgezeichnet. Diesmal geht der Preis an den Salmtaler Walter Hower, der seit Wintersemester 2002/03 an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen mit Begeisterung im Studiengang Wirtschaftsinformatik lehrt. "Ich habe eben Freude am Vermitteln", sagt Hower. Ihm ist auch der direkte Kontakt zu den Studierenden wichtig. So trainiert er mit den Studierenden beim Hochschul-Fußball und spielt in der Mannschaft mit. "Da ist man integriert und keiner, der über den Dingen schwebt."Vorlesungen werden auf Englisch gehalten

Mit einem guten Draht zu seinen Studierenden lässt sich auch der Stoff besser vermitteln. So holt Hower regelmäßig Leute an die Tafel - nicht um sie zu blamieren, sondern um ihnen zu helfen. Die Studierenden wissen das. Wenn es dann manchmal doch noch zu abstrakt ist, sucht Hower nach Beispielen aus dem Leben. "Wie viele Möglichkeiten gibt es auf einer Party, bei der jede mit jeder mit einem Glas Sekt anstößt? Unter so einer Aufgabe kann sich jeder mehr vorstellen als bei der Aufgabe, jeden Computer einer Firma mit jedem anderen zu verkabeln", nennt er als Beispiel. Eine weitere Besonderheit: Hower hat von Anfang an eine Vorlesung auf Englisch gehalten; inzwischen gestaltet er sein gesamtes Lehr-Angebot englischsprachig. "So ist das Thema gleich mit der internationalen Informatiker-Sprache verankert, und die Studierenden lernen die richtigen Fachbegriffe, selbst die, die nicht im Wörterbuch stehen." Das kommt gut an. Die Vorlesungen sind voll, obwohl es für viele Studierende sicherlich etwas schwieriger ist. Dafür sind sie hinterher für einen Auslands-Aufenthalt gut gerüstet. "Einer meiner ehemaligen Diplomanden fing gleich bei DaimlerChrysler in Toronto an", berichtet Hower. Auch der Professor selbst hat einen längeren Auslandsaufenthalt an der National University of Ireland absolviert. Dort leitete er eine internationale Forschungsgruppe und hielt zusätzlich Vorlesungen. Der aus Salmtal stammende Professor hat an der Technischen Universität Kaiserslautern Informatik (Schwerpunkt Künstliche Intelligenz) mit Nebenfach Wirtschaftswissenschaften studiert und später dann an der Universität Koblenz-Landau über ein Thema im Bereich Kombinatorische Optimierung promoviert. Bereits als Student wurde er auf internationale Tagungen als Sprecher eingeladen und fungierte bald als Gutachter und Workshop-Leiter. Im Anschluss an seine Doktorarbeit hielt er unter anderem auch einen Vortrag am International Computer Science Institute in Berkeley, Kalifornien, USA, und leitete ein internationales Arbeits-Treffen an der Stanford University. Nach einer fünfjährigen Tätigkeit in der Informatik-Praxis erhielt er mehrere Rufe an Universitäten. Er entschied sich für Albstadt - was er, wie er heute sagt, nicht bereut hat.