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Fußballmeisterschaften sind keine Altersfrage

Fußballmeisterschaften sind keine Altersfrage

Mehrere zwölfjährige Kicker der D-Jugend der JSG Dörbach sind im Seniorenheim Zur Buche in Salmtal zu Gast gewesen, um zu erfahren, wie die Menschen früher den Gewinn von Weltmeisterschaften erlebt haben.

Salmtal. Die Fußball-Weltmeisterschaft ist noch allen Menschen in lebhafter Erinnerung. Viele Kinder und Jugendliche haben ein solch großes Sportereignis zum ersten Mal erlebt. Doch wie haben die Menschen früher den Gewinn der Weltmeisterschaften gefeiert? Um dies zu erfahren, haben sieben zwölfjährige Jungen der D Jugend der JSG Dörbach-Dreis-Bruch-Arenrath-Niersbach-Gladbach mit ihren Betreuern das Altenheim zur Buche in Salmtal besucht. Alexander und Nils unterhalten sich mit Helmut Krickel, der lange Jahre eine Gaststätte in Klausen betrieben hat. "1974 hatte ich eine große Leinwand installiert, das war damals etwas Besonderes", erzählt er. An 1954 kann er sich nicht mehr erinnern, "aber wir hatten damals Schwarz-Weiß-Fernseher", weiß er noch. Auch der Sportunterricht an der Schule war während seiner Kindheit nicht selbstverständlich, erzählt er den beiden: "Den gab es nur, wenn die Lehrer Lust dazu hatten, und dann nur für die Jungs."
Nils und Alexander fragen ihn weiter nach seiner Kneipe und seinem Leben, während Renate Frischgemuth daneben den Song der deutschen Nationalmannschaft von 1974 anstimmt: "Fußball ist unser Leben." Dann stellt sie sich an einen der beiden Kicker, die das Altenheim inmitten von schwarz-rot-goldenen Wimpeln, Luftballons und Fahnen aufgestellt hat, und beginnt einen Wettkampf gegen die jungen Besucher im Trikot der JSG. Obwohl sie als 19-Jährige mit dem Tischfußball begonnen und mehrere Jahre im Verein gekickert hat, hat die Seniorin gegen die Jungen keine Chance mehr. Damals hätten alle gesagt, eine Frau am Kicker, das gehe nicht. "Und dann habe ich mir gesagt: Die mache ich fertig", erinnert sich Frischgemuth. Ihr sei heute noch "gruselig", wenn sie daran denke, sagt sie. Hedwig Haubrichs hat ihre Gehhilfe zur Seite gestellt und spielt auch Kicker gegen die Jungen, gibt aber schnell auf: "Die Jungen spielen so flott, so schnell kann ich nicht gucken", sagt sie. cst