Fußpilger aus Überzeugung

Willi Gorges aus Morbach-Gonzerath ist seit 1948 als Pilger bei der Klausenwallfahrt dabei. Dem TV hat er erzählt, was ihn seit Jahrzehnten dazu motiviert - und warum er bedauert, dass die Anhänger immer weniger werden.

Morbach. Nachweislich seit 1880 pilgern die Gonzerather anlässlich des Feiertages Maria Geburt nach Klausen. Die Motivation dieser Fußpilgerung zum Marienwallfahrtsort ist bei jedem eine andere. Gesundheit, Familienprobleme und Sorgen um die Kinder gehören mit dazu. Dankbarkeit ist ebenfalls ein Pilgergrund. Man schließt praktisch einen Deal mit der Muttergottes. Wenn etwas gutgelaufen ist, bedankt man sich dafür auf diese Weise.
Die Wallfahrt kann sich auch durchaus für Heiratswillige lohnen. So ist auf der Internetseite von Klausen nachzulesen, dass besonders ledige Frauen gerne nach Klausen pilgern. So sei eine Wallfahrt zur Muttergottes doch hilfreich bei der Suche nach dem Mann fürs Leben.
Der 26,5 Kilometer lange Pilgerweg führt durch das schöne Hinterbachtal über Veldenz, Mülheim, Monzel bis nach Klausen. Morgens um sechs Uhr ist Start in Gonzerath, und mit entsprechenden Pausen erreicht man gegen 13 Uhr den Wallfahrtsort. Vor der heiligen Messe um 15 Uhr beten die Gonzera-ther traditionsgemäß noch den Kreuzweg im angrenzenden Kirchengarten. Nach der Messe geht es mit dem Bus zurück nach Gonzerath, wo mit einer kurzen Andacht an der Marienkapelle die Wallfahrt endet.
Leider waren in diesem Jahr trotz des verhältnismäßig schönen Wetters nur wenige Gonzerather bereit, mitzupilgern. Dank der Wallfahrer aus den Nachbarorten konnte dieses Manko zumindest teilweise ausgeglichen werden. Es fällt auf, dass immer weniger Männer aus Gonzerath bereit sind, diese Strapazen auf sich zu nehmen. Wenn diese Traditionswallfahrt weiterhin fortbestehen soll, muss zukünftig die Beteiligung wieder bedeutend besser werden. An der Jubiläumswallfahrt im Jahr 2005 gab es noch weit über 100 Fußpilger.
Als langjähriger Klausenpilger, - meine erste Wallfahrt war 1948 - fände ich es schade, wenn es in naher Zukunft keine Klausenwallfahrt mehr gäbe. red