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Gabriele Kretz setzt sich im Landkreis Bernkastel-Wittlich ein

Gesellschaft : Gleichstellungsbeauftragte sieht Handlungsbedarf

Am Dienstag, 17. März, war der Tag, der symbolisch den Gehalts- oder Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen markiert. In Deutschland beträgt dieser seit 2016 fast konstant 21 Prozent.

„Das ist weder zeitgemäß noch gerecht! Was muss passieren, damit sich daran endlich etwas ändert?“, erklärt die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Bernkastel-Wittlich, Gabriele Kretz.

Das Motto 2020 „Auf Augenhöhe verhandeln – Wir sind bereit“ räume mit dem Vorurteil auf, dass Frauen die Lohnlücke selbst zu verantworten haben. Es sei ein Mythos, dass Frauen nicht verhandeln wollen. Studien belegten, dass Frauen sehr wohl Gespräche nach Gehaltserhöhung und Beförderung initiierten – sogar öfter als Männer. Männer allerdings würden häufiger aktiv von ihren Vorgesetzten gefragt. Unbewusste Vorurteile und tradierte Rollenbilder auf beiden Seiten seien die Gründe dafür, dass Frauen weniger erfolgreich in Verhandlungen sind, dass Frauen weniger Gehalt angeboten bekommen. „Frauen, die fordernd auftreten, werden oft als zickig wahrgenommen, Männer als durchsetzungsstark.“ Transparente und faire Kriterien zu Beförderung und Gehaltserhöhung in Unternehmen beugten unbewussten Denkmustern vor und erleichterten Frauen und Personalverantwortlichen die Verhandlungen.

„Die Gleichheit ist im Grundgesetz Artikel 3, Abs. 2 verankert. Es ist Aufgabe der Politik diese umzusetzen, dazu braucht es Gesetze. Frauen steigern das wirtschaftliche Potenzial, denn sie sind eine Ressource und ein Gewinn für Alle. „Es ist beschämend,“ so Gabriele Kretz, Gleichstellungsbeauftragte im Landkreis Bernkastel-Wittlich, „dass Deutschland in einem EU-Ranking in Sachen Lohnunterschied den Platz 26 von 28 einnimmt. Hier muss die Politik endlich handeln.“