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Gaby Comes befasst sich seit den 1990er Jahren mit der Geschichte von Erden

Heimatgeschichte : Aus Liebe zu Erden: Gaby Comes verfasst Chroniken und Stammbäume

Gaby Comes befasst sich seit den 1990er Jahren mit der Geschichte des Dorfes, wie drei Bücher und „Übersetzungen“ alter Aufzeichnungen belegen.

Der Anfang war mühsam. Denn Gaby Comes (59) konnte weder die 1911 entwickelte Sütterlin- noch die davor gebräuchliche Kurrentschrift lesen. Erschwerend hinzu kamen unterschiedlichste Handschriften in den von ihr studierten Original-Aufzeichnungen. Darunter Beschlussbücher von Gemeinderatsratssitzungen der Jahre 1923 bis 1950, die sie mit ihrem Schwiegervater „übersetzte“. Und das Wort für Wort und Seite für Seite, was nun einen eigenen Ordner füllt.

Als sie Jahre später entsprechend eine 1873 angelegte Schulchronik mit Einträgen bis 1955 in die heutige Schrift übertrug, half der Hamburger Verein Sütterlinstube. Das Original war ein „Speicherfund“ – mit teils eingerissenen Seiten, aber aufschlussreichen Einblicken in Kaiserzeit, Weltkriege, Weinbau, Landwirtschaft und Wetterkapriolen.

All das ist nun nachzulesen in einem im Jahr 2009 als Einzel-Exemplar gedruckten Buch, dem zweiten von bisher dreien, die Comes selbst herausbrachte. Das erste Buch „Chronik und Ortsportrait von Erden“ erschien 2003 –  nach fünfjähriger Arbeit und persönlichen Besuchen in allen Erdener Haushalten. Entwickelt hat es sich aus Recherchen für einen Stammbaum der Erdener Familie Comes, ausgeschmückt mit Fotos und viel Wissenswertem zum Ort. Mit „Schul- und Dorfgeschichten von Erden – 1954 bis 1968“ liegt nun das dritte Buch – vorerst in sechs Exemplaren – vor. Es basiert auf dem Inhalt eines Kartons: lose Schriftstücke teils mit aufgeklebten Fotos und Zeitungsartikel aus dem Nachlass eines Lehrers, der 1948 nach Erden kam.

Funde wie diese oder auch ganze Fotoalben und Dias werden Comes spätestens seit dem Jahr 2003 immer wieder anvertraut. Die Überbringer wissen, dass sie Unterlagen und Bildmaterial mit größter Sorgfalt sichtet, sortiert, archiviert und für nachfolgende Generationen aufbereitet. So will sie etwa mit erhaltenen Fotos ein eigenes Buch erstellen und vielleicht ein weiteres mit eigenen Fotos. Mit ihnen dokumentiert die seit 1984 in Erden lebende gebürtige Schweicherin seit 20 Jahren das Dorfgeschehen. Die Motivation für ihr nebenberufliches Engagement schöpft die Schulsekretärin aus dem Wunsch, möglichst vieles zur Ortsgeschichte zu erhalten. Angesichts des Zustands von Originalen sei es „höchste Zeit“, Dokumente und Fotos zu sichern – mit heutiger Technik und mit Informationen von Zeitzeugen.

Mit diesem Ziel vor Augen schreckte sie auch nie vor Kosten zurück. Was erforderlich war, ob Kopien oder teils teure professionelle Digitalisierungen, übernahm sie auf eigene Rechnung. „Aus Liebe zum Hobby“, wie sie sagt – und zu Erden: „Ein schöner und aufstrebender Ort.“ Allerdings sind die meisten ihrer Arbeiten (Info) – abgesehen vom ersten Ortsportrait – im Dorf kaum bekannt. Comes möchte daher sämtliches Material im Ortsgemeinderat vorstellen und anschließend der Gemeinde übergeben. Wegen der Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie wird das aber wohl frühestens im Sommer möglich sein.