Gässchen macht's möglich

BERNKASTEL-KUES. Wie belebe ich die Innenstadt? Dafür gibt es je nach Größe und Struktur der Stadt verschiedene Möglichkeiten. In Bernkastel-Kues ist eine Art Gründerzentrum geplant.

Bernkastel-Kues ist eine von sieben rheinland-pfälzischen Städten, die für das Modellvorhaben "Quartiers-Gemeinschaften Innenstadt" ausgewählt wurden (der TV berichtete). Ziel ist es, die Innenstädte wiederzubeleben. Ausgesucht wurden Städte, in denen entsprechende Projekte in Angriff genommen werden. Einzelhändler und Geschäftseigentümer sollen motiviert werden, nicht nur Projekte zu entwerfen, sondern sich auch finanziell an der Umsetzung zu beteiligen. Neben Bernkastel-Kues sind folgende Städte mit dabei: Bad Dürkheim, Diez, Landau, Ludwigshafen, Worms und Zweibrücken. Angelegt ist das Vorhaben auf zwei Jahre. In so genannten Werkstätten werden Pläne vorgestellt und Ideen mit Fachleuten diskutiert. Zum Abschluss werden Ergebnisse und Erfahrungen in einem Leitfaden gebündelt, der dann anderen Städten und Gemeinden zur Verfügung gestellt wird. Die erste dieser Werkstätten findet am Donnerstag, 14. Dezember, in Bernkastel-Kues statt. Auslöser für die Teilnahme von Bernkastel-Kues ist die Arbeit der Entwicklungsagentur. Eine ihrer Aufgaben: die Schaffung einer Art Gründerzentrum mitten in der Stadt statt auf der grünen Wiese (der TV berichtete). Auch wenn davon bisher noch nichts zu sehen ist: Es gibt zumindest ein konkretes Vorhaben, das im Januar 2007 angegangen werden soll. Es geht um die Belebung der Graacher Straße. Dort gibt es zwar in den Erdgeschossen einiger Häuser Lokale und Geschäfte, in den Stockwerken darüber herrscht aber oft gähnende Leere. Das Motto der Zukunft definieren Viktor Hees, Vorsitzender der Entwicklungagentur, sowie die Agentur-Mitarbeiter Axinja Klinke und Peter Berdi so: "Wohnen und Arbeiten." Das vordringliche Problem: Zu den Häusern und Grundstücken muss ein Zugang von der rückwärtigen Seite hergestellt werden, damit Bewohner der oberen Geschosse ihr Zuhause erreichen können, ohne durch den Laden laufen zu müssen. Ein Zugang wäre von der Schwanenstraße aus möglich. Dort zweigt ein kleines Gässchen ab, über das die Häuser von hinten erschlossen werden könnten. Im Januar soll es Gespräche mit Hauseigentümern geben. Das Ziel: Sie sollen ihre Immobilien an die Stadt verkaufen. "Ohne die Immobilien zu besitzen, läuft nichts", stellt Peter Berdi klar. Der Vorteil: Da die Häuser im Sanierungsgebiet liegen, legt ein Gutachter den Wert fest. Überhöhte Forderungen sind also ausgeschlossen. Auch an Dritte kann die Immobilie nur zu dem fest gesetzten Preis verkauft werden.

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