Ganz Amerikanerin

Silke Ernisse stammt aus der Fidei. Die 45-Jährige lebt in Niagara Falls im Staat New York, USA: "Verschlagen hat es mich die ersten 20 Jahre dorthin, wohin das Militär uns geschickt hat, hauptsächlich allerdings in den Südwesten der USA.

" Sie lebte in Arizona, New Mexico, Nevada und Kalifornien sowie in Texas und Ohio. "Es war uns aber recht früh klar, dass wir uns im Nordosten der USA niederlassen würden, da mein Mann hier Familie hat und uns die Gegend kulturell, landschaftlich und vom Wetter her am meisten zusagt." Obwohl sie ihre Familie in Deutschland vermisse, konnten sie und ihr Mann sich ein Leben im zu engen, reglementierten Deutschland einfach nicht vorstellen. In ihrem engeren Umfeld stammt niemand aus ihrer Heimatregion. "Ich habe aber eine Bekannte, die seit einigen Monaten rund anderthalb Stunden entfernt lebt und aus dem Norden Deutschlands stammt." Zu Besuch in der Fidei ist sie nicht regelmäßig. "Mein Leben ist eben hier, ich habe Verantwortungen meiner Familie gegenüber, und zudem ist es seit einigen Jahren einfach zu teuer, um mit einer vierköpfigen Familie mal eben so für eine Woche oder zwei über den großen Teich zu fliegen." Dafür besucht sie ihr Vater regelmäßig einmal im Jahr. An eine Rückkehr nach Deutschland denkt Silke Ernisse nicht. "Das Leben dort ist mir zu fremd, ich könnte mich dort einfach nicht mehr wirklich wohlfühlen." Obwohl sie keine gebürtige Amerikanerin ist, "bin ich es inzwischen mit Leib und Seele". "Mit meiner neuen Heimat habe ich auch die damit verbundene Identität angenommen." Ihr sei es nie darum gegangen, sich ein Stück alte Heimat aufzubauen. Sondern darum, sich heimisch und willkommen zu fühlen, wo sie ist. Wohl auch deshalb habe Silke Ernisse die typisch deutschen Lebensmittel kaum vermisst. "Warum auch? Es gibt hier ebenso gute. Man muss sie nur, genau wie die deutschen, genießen wollen." Diese und weitere Post in die alte Heimat finden Sie im Internet auf www.volksfreund.de/exilaner