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Gastro, Corona, Bauwirtschaft: Veldenzer Gastronomen

Gastronomie : Veldenzer Wirte schreiben Brandbrief wegen drohender Anliegergebühren

Einbußen durch Corona und dann auch noch Straßenausbaukosten: Das ist Veldenzer Gastronomen zu viel. Was sie nun fordern.

Umsatzeinbußen durch die Corona-Pandemie und dann noch Geld für den Straßenausbau zahlen: Veldenzer Gastronomen ziehen die Notbremse. „Wir brauchen Luft zum atmen. Wir hatten durch die Pandemie kaum Gäste und jetzt müssen wir auch noch Straßenausbaubeiträge bezahlen,“ sagt Volker Kruft vom bekannten Veldenzer Restaurant Rittersturz.

In einem Brandbrief, den er und weitere Anlieger an die Ministerpräsidentin, den Landrat, den Bürgermeister der Verbandsgemeinde und an den Ortsbürgermeister geschrieben haben, bittet er um Aufschub der Sanierungsarbeiten in der Straße „Auf der Olk“ für die nächsten fünf Jahre.

Die durch die Coronapandemie entstandenen Umsatzeinbrüche befänden sich demnach schon im sechsstelligen Bereich. Kruft schreibt: „Der sechsmonatige Stillstand in der Hotellerie/Gastronomie, die verkürzte Saison 2020, die weiterhin unklare Lage für 2021 sowie die bereits für uns entstandenen Kosten durch den Ausbau der Ortsstraße „Sonnenweg“ in Veldenz, bringen unsere Betriebe in eine Existenz vernichtende, aussichtslose Lage.“

Durch die Corona-Situation sei die Lage weiterhin ungewiss und eine positive Entwicklung noch nicht in Sicht.

Außerdem: Der Ausbau der Straße „Auf der Olk“ würde im Jahr 2021/2022 nicht nur  Kosten von mehreren Zehntausend Euro verursachen, sondern auch für eine Belastung der Anlieger durch Lärm und Staub führen. Dann wäre das Vermieten und Bewirten von Zimmern unmöglich. Kruft: „Existenzen von mehreren Familien aus dem Gastgewerbe und deren 30 Mitarbeiter sind dadurch massiv bedroht.“ Deshalb fordert er, die Ausbaumaßnahme um fünf Jahre zu verschieben.

Das ist aber nicht so einfach. In den vergangenen Jahren wurden in Veldenz viele Straßen für mehrere Millionen Euro saniert, die in schlechtem Zustand waren. Als letzte Projekte standen in diesem Jahr der „Sonnenweg“ und für nächstes Jahr „Auf der Olk“ auf der Liste. Ortsbürgermeister Norbert Sproß sagt: „Die Gemeinde kann jetzt nicht mehr zurückrudern. Auch die anderen Anlieger haben bezahlt und wir müssen alle gleich behandeln.“ Zudem befürworte der überwiegende Teil der Anwohner die Maßnahme, so Sproß.

Auch Leo Wächter, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues, verweist auf die Rechtsgültigkeit des Verfahrens: „Die Beschlüsse sind einstimmig im Gemeinderat gefasst worden. Die Beschlusslage ist eindeutig.“ Außerdem seien bereits Planungsleistungen vergeben worden. Bei einer Verschiebung könnten Schadensersatzansprüche auf die Gemeinde zukommen. Wächter: „Das müsste der Gemeinderat dann abwägen.“ Er verweist auf die Möglichkeit, zinslose Darlehen in Anspruch zu nehmen und die Zahlung zu stunden.

Das bestätigt auch Bürgermeister Sproß: „Wir werden zinslose Kredite und großzügige Stundungen ermöglichen.“ Das sei problemlos zu machen.