1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Geballte Moselkraft entfacht den Mythos

Geballte Moselkraft entfacht den Mythos

Von Ürzig bis Reil konnten sich Besucher bei Mythos Mosel durch renommierte und weniger bekannte Weingüter probieren. Fachpublikum und Weinliebhaber waren da. Fernsehpromi Günther Jauch hat dieses Jahr in Ürzig als Gastwinzer selbst ausgeschenkt.

Ürzig/Kröv/Traben-Trarbach/Reil/Pünderich. Wein gibt es genug, zumindest bei den meisten Winzern. Bei Günther Jauch, einem der Gastwinzer im Mönchhof in Ürzig, stehen gegen Ende des ersten Tages von Mythos Mosel nur noch zwei trockene Weine in den Klimabehältern. Bei Martin Kerpen, der in Reil im Weingut Melsheimer zu Gast ist, gehen im Laufe des Nachmittags schon die Preislisten zu Ende. Er berichtet: "Ich bin seit dem ersten Mal bei Mythos Mosel dabei und davon überzeugt. In den Weingütern können die Besucher den Charakter der Moselweine sehr gut spüren." Auffallend viel junges Publikum zwischen 20 und 30 Jahren ist unterwegs, so wie Daniel Braun, der aus Stuttgart angereist ist und den Wein als Hobby für sich entdeckt hat: "Für mich ist der Riesling die faszinierendste Rebsorte, und die Mosel hat die besten Rieslinge. Deshalb bin ich hier."
Gut findet Sandra Kehl, dass man für die 104 Weingüter, die sich in 26 Betrieben präsentieren, zwei Tage Zeit hat. "Denn sonst wäre es nicht ansatzweise möglich, die Vielfalt zu entdecken", sagt sie. Spannend ist für die Weinexperten auch die Mischung aus renommierten Weingütern und weniger bekannten Betrieben.
Das hat nicht nur die Weinhändlerin Anne Rotheut aus Aachen an die Mosel ins Weingut Vollenweider nach Traben-Trarbach gelockt, sondern auch Sebastian Koch, Chef de Rang im Zwei-Sterne-Restaurant Söl`'ring Hof auf Sylt. Er ist mit der ehemaligen Moselweinkönigin Anne Mertes unterwegs und sagt: "Die Mosel ist bei uns auf der Karte noch nicht so stark vertreten, und ich möchte mich hier einmal umschauen und unseren Sommeliers Anregungen mitbringen."
Zufrieden mit der Veranstaltung sind auch die Veranstalter. Matthias Meierer (Kesten) der in diesem Jahr bei C. H. Berres in Ürzig zu Gast ist, meint, dass in diesem Jahr die Besucherzahlen etwas höher seien als im vergangenen, sich die Besucher gut verteilten und der Bustransfer deutlich besser funktioniere als 2015. Mitorganisator Axel Pauly (Lieser) ist aufgefallen: "Das Niveau ist in diesem Jahr wieder sehr hoch, die Leute haben hoch konzentriert probiert, wollen wenig eingeschenkt haben, wechseln die Gläser und haben viele Fragen, beispielsweise zur Spontanvergärung oder der Trinkreife der Weine."
Vom Deutschherrenhof in Trier ist Sebastian Oberbillig als Moseljünger von Anfang an dabei: "Es freut mich, dass die Veranstaltung sich etabliert hat und ich viele neue Gesichter gesehen habe."
Einer, den man oft im Fernsehen sieht, war auch in Ürzig. Moderator Günther Jauch, der in Kanzem an der Saar das Weingut von Othegraven besitzt, lässt es sich nicht nehmen, als Gastwinzer selbst auszuschenken. Er berichtet: "Es war sehr viel los, die Veranstaltung ist gut organisiert. Saar und Mosel verstehen sich gut. Der Altersdurchschnitt ist sehr gemischt und international. Ich habe heute hier unter anderem Amerikaner, Polen, Koreaner und Finnen gesehen." Weiter sagt er: "Überrascht hat mich, dass es heute eine starke Tendenz zu den restsüßen Weinen gab. Das freut mich natürlich sehr, denn das hilft uns an der Saar."´
An beiden Probiertagen finden verschiedene Weinpartys statt, die gut besucht sind. Alleine bei der Eröffnungsveranstaltung im Moselschlösschen Traben-Trarbach leeren 400 Gäste 306 Magnumflaschen. chb