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Gefälschte Autopapiere: 2400 Euro Geldstrafe für 65-Jährigen

Gefälschte Autopapiere: 2400 Euro Geldstrafe für 65-Jährigen

Das Amtsgericht Daun hat einen 65-Jährigen aus dem Kreis Euskirchen wegen Fälschung von KFZ-Papieren und Anstiftung dazu zu 2400 Euro Geldstrafe verurteilt. Der Mann hat ein Geständnis abgelegt, das Urteil ist rechtskräftig.

Daun/Wittlich. Vermutlich letzter Prozess im Mammutverfahren um gefälschte KFZ-Papiere in der Region: Das Amtsgericht Daun hat einen 65-Jährigen, der bis vor Kurzem noch im Kreis Cochem-Zell gelebt hat, nun aber im Kreis Euskirchen wohnt, wegen Urkundenfälschung in einem und Anstiftung zu Urkundenfälschung in zwei Fällen verurteilt. Abgespielt hat sich alles zwischen Januar 2007 und Juli 2008. Der Mann legte über seinen Anwalt ein umfassendes Geständnis ab und akzeptierte das Urteil.
Richter Hans Schrot folgte mit seinem Schuldspruch - einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen á 20 Euro - der Forderung der Staatsanwaltschaft. Er begründete ihn mit folgenden Worten: "In zwei Fällen hat der Angeklagte gefälschte Tüv-Bescheinigungen für eigene Autos in Auftrag gegeben, was dem Tatbestand der Anstiftung gleichkommt. In einem weiteren Fall hat er diesen Auftrag ebenfalls erteilt und das somit auf dem Papier aufgewertete Auto weiterverkauft, was letztlich als Urkundenfälschung gewertet wird." Von einer "gewerbsmäßigen Urkundenfälschung", wie es die Staatsanwaltschaft zunächst sah, kann laut Schrot aber "nicht die Rede sein". Ansonsten hätte der Angeklagte mit mindestens sechs Monaten Freiheitsentzug rechnen müssen. Direkt aus dem Gefängnis in Wittlich kam der Hauptbelastungszeuge - einer der beiden verurteilten Haupttäter in dem Mammutverfahren um gefälschte Autopapiere in der Region. Er hatte den Service angeboten, Tüv-Papiere zu fälschen. Dafür hat er nach Worten des Angeklagten 100 Euro pro Stück kassiert. Der Verurteilte, der mit polizeilichem Begleitschutz ins Amtsgericht nach Daun gebracht worden war, musste wegen des vorherigen Geständnisses des 65-jährigen Angeklagten aber nicht aussagen und konnte so schon wieder frühzeitig im Polizeibus die Heimreise antreten. Laut Gericht kommt er nächste Woche wieder auf freien Fuß. Nach gut drei Jahren sind laut Polizei rund 200 Menschen, die an der Fälschung von Auto- und Tüv-Papieren beteiligt waren, überführt und größtenteils bestraft worden. mh