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Gefallenen-Ehrenmal ist weiter umstritten

Gefallenen-Ehrenmal ist weiter umstritten

In der Frage, ob das Ehrenmal für die in beiden Weltkriegen gefallenen Soldaten in Starkenburg von seinem jetzigen Standort verlegt werden soll, gibt es unterschiedliche Meinungen. Das zeigte die Einwohnerversammlung am Dienstagabend. Der Gemeinderat wird nun am Mittwoch, 1. Oktober, entscheiden.

Starkenburg. Das Ehrenmal, auf dem an die in beiden Weltkriegen 35 gefallenen Soldaten aus Starkenburg gedacht wird, muss dringend saniert werden.

Darin sind sich die Bürger des 240-Einwohner-Ortes einig. Differenzen gibt es allerdings in der Standortfrage. Dem Gemeinderat schwebt vor, das Ehrenmal - es besteht aus einem gemauerten Sockel mit einem etwa zwei Meter großen Findling, auf dem auf zwei Tafeln die Namen der gefallenen Männer aufgelistet sind - auf den Friedhof zu verlegen.

Dann könnte die Gemeinde den Platz vor dem Gemeindehaus, wo das Ehrenmal seit vielen Jahrzehnten steht, neu gestaltet werden.

Die rund zweistündige Einwohnerversammlung am Dienstagabend, zu der 20 Bürger gekommen waren, brachte aber kein eindeutiges Meinungsbild. Vor allem einige ältere Bürger sprachen sich energisch für den jetzigen Standort aus. Sie befürchten, dass bei einer Verlegung auf den Friedhof die Erinnerung an die gefallenen Soldaten verblassen könnte. Einer sagte: "Das Denkmal sollte mitten im Leben sein und darf nicht an einen abseitigen Ort abgeschoben werden."

Jüngere und Ältere haben unterschiedliche Ansichten



Vor allem die Jüngeren sahen dies anders. Zitat: "Auf dem Friedhof kann man den Platz um das Ehrenmal sehr schön gestalten. Außerdem gehen dort mehr Menschen vorbei, als am jetzigen Platz vor dem Gemeindehaus."

Die meisten Ratsmitglieder, darunter auch Ortsbürgermeister Heinz Wagner und die Beigeordnete Petra Gehrke, sind für eine Verlegung des Ehrenmals. Petra Gehrke sieht bei einer Verlegung auf den Friedhof gar eine Aufwertung für das Ehrenmal.

Hintergrund der Diskussion sind die Dorferneuerungsmaßnahmen aus den 80er Jahren. Damals wurde von dem ausführenden Architekt bereits angeregt, das Ehrenmal zu verlegen, damit der Platz vor dem Gemeindehaus als Dorfplatz neu gestaltet werden könnte. Alle damals geplanten Projekte sind umgesetzt worden, allein die Platzgestaltung konnte bislang nicht realisiert werden.

Wagner und Gehrke wünschen sich einen zentralen Dorfplatz, um dort auch gesellige Feste feiern zu können. Ratsmitglied Jürgen Spier meinte mit Blick auf die Veranstaltungen im Gemeindehaus: "Eine solches Denkmal gehört nicht in die Nähe eines Saales, wo gefeiert wird. Außerdem müssen wir auch in Sachen Dorfentwicklung zukunftsorientiert denken."

Schließlich regten mehrere Bürger an, das Ehrenmal am jetzigen Standort zu belassen und den Platz dennoch umzugestalten.

Ortsbürgermeister Heinz Wagner bekräftigte, dass man nicht über die Köpfe der Bürger in dieser sensiblen Frage entscheiden wolle und man daher die Einwohnerversammlung einberufen habe. Der Gemeinderat werde sich nun auf seiner nächsten Sitzung am Mittwoch, 1. Oktober, mit dem Thema befassen.