Gefühlt und geführt

TRIER/ZELTINGEN-RACHTIG. Klaus Rieth aus Zeltingen-Rachtig ist an Pfingsten in der Hohen Domkirche zu Trier zum Diakon geweiht worden. Er war der einzige Bewerber (von fünf) aus der Region Trier.

Er hätte es anders, möglicherweise leichter, haben können, aber Klaus Rieth (53) aus Zeltingen-Rachtig wählte nicht den Ruhestand mit Beamtenpension, sondern er schlug eine zweite Laufbahn ein. Diese hat mit der ersten als Soldat bei der Bundeswehr überhaupt nichts gemein: "Mein Wunsch war, Diakon zu werden." Sein Schlüsselerlebnis hatte Rieth 1999, als er ein intensives Gespräch mit einem Arbeitskollegen hatte, der sich mit dem Gedanken beschäftigte, Diakon zu werden. Am Pfingstsamstag machte der gebürtige Kinheimer sein Vorhaben war: Bischof Reinhard Marx weihte Klaus Rieth (neben vier weiteren Bewerbern) zum Diakon und entsandte ihn in seinen künftigen Dienst. Den wird der sechsfache Familienvater in der Seelsorge-Einheit Kinheim-Kindel/Kröv verrichten. "Diakon mit Zivilberuf" heißt die korrekte kirchenamtliche Bezeichnung: "Auf meine künftige Arbeit freue ich mich sehr", sagt Klaus Rieth. Die Kirche sei ihm schon immer sehr nahe und wichtig gewesen, unterstreicht der ehemalige Oberstabsfeldwebel. Am 31. Dezember 2004 schied er "ganz normal" aus dem Militärdienst aus. Bereits 1999, also noch zu seiner aktiven Bundeswehrzeit, begann Klaus Rieth sein Studium (Fernkurs), 2001 folgte die Aufnahme in den Diakon-Bewerberkreis und bis vor wenigen Wochen die spirituelle, theologische und geistliche Ausbildung. Kirchliche Jugendarbeit, Pfarrgemeinderat, Verwal-tungsrat, Lektor, Kommunion-helfer und als Kind Messdiener, waren bislang Stationen in Rieths ehrenamtlichem Engagement in der katholischen Kirchengemeinde seines Heimatortes. Als er Ehefrau Christel (51) von seinem Vorhaben erzählte, habe sie ihn direkt unterstützt, den Schritt zu machen: "Wie eine Mauer stand meine Frau hinter mir", erzählt der Vater einer Familie, in der so gut wie alle Mitglieder in irgendeiner Weise etwas mit der Kirche zu tun haben: Tochter Stephanie arbeitet im Bistum Mainz als Pastoralreferentin, Tochter Natascha und Sohn Tobias studie-ren Theologie.Freude auf die zukünftige Arbeit

Die ganze Familie war beim Weihegottesdienst, auch die sechs Geschwister sowie weitere Angehörige und Freunde. Bischof Marx sprach in dem feierlichen Weihegottesdienst von einem langen Weg, den die Diakone gegangen seien: "Auf dem Weg mit Christus haben sie entdeckt, dass er sie gerufen hat." Christus bestätige durch die Kirche, dass "dieser Weg ein richtiger war und nun fortgesetzt wird zum Dienst am Volk Gottes". Das Trierer Kirchenoberhaupt dankte den Männern, "dass sie sich gefühlt und geführt haben lassen in die Lebensmitte Jesu hinein". Klaus Rieths Leitwort: "Wenn einer mir dienen will, folge er mir nach; und wo ich bin, dort wird auch mein Diener sein" (Joh 12,26). Die Freiheit des Einzelnen ist ihm ganz wichtig. Man dürfe den anderen nie zu etwas zwingen. Dies soll auch fortan für Klaus Rieths Aufgabe gelten: "Heute bin ich am Ziel. Ich freue mich auf die Arbeit, egal wie sie ausfällt, was mich erwartet."