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Geisterfahrer auf der A1: Brummifahrer retten Autofahrer das Leben

Kostenpflichtiger Inhalt: Geisterfahrer auf der A1 : Brummifahrer retten Autofahrer bei Wittlich das Leben

Falschfahrer auf der A 1: Nur wenige Sekunden haben am Rosenmontag über Leben und Tod entschieden.

Nach der TV-Berichterstattung über einen Geisterfahrer auf der A 1 am Rosenmontag haben sich Betroffene, denen der Geisterfahrer nach eigenen Angaben entgegenkam, mit ihren Erlebnisberichten an die TV-Redaktion gewandt. Durch ihre Schilderungen wird klar, wie dramatisch und lebensgefährlich die Irrfahrt eines Falschfahrers am Montagmittag auf der A 1 bei Wittlich war. Was passiert war: Zur Mittagszeit meldeten nach Polizeiangaben drei Anrufer einen Falschfahrer, der zwischen der Autobahnanschlussstelle Wittlich und dem Autobahnkreuz Wittlich unterwegs gewesen sein soll.

Er soll in verkehrter Richtung und damit in Fahrtrichtung Trier auf der Überholspur gefahren sein und so mehrere Autos passiert haben, die auf der A 1 in Fahrtrichtung Wittlich unterwegs waren. Doch mittlerweile ist bekannt, dass der Falschfahrer bereits mindestens in Hasborn oder von der Raststätte Eifel West hinter Hasborn – wenn nicht sogar in Manderscheid  – falsch auf die A 1 in Fahrtrichtung Trier aufgefahren sein muss. Das belegt der Erlebnisbericht  eines Betroffenen, der dem TV vorliegt. Damit war die Geisterfahrt wohl länger als bislang angenommen. Sie dauerte damit nicht nur, wie bislang bekannt, von der Anschlussstelle Wittlich bis zum Autobahnkreuz Wittlich. Die Autobahnpolizei Schweich bestätigt diese Annahme auf TV-Anfrage. 

Denn ein Betroffener, der an der Autobahnanschlussstelle Wittlich auf die A 1 in Fahrtrichtung Manderscheid auffahren wollte, erklärt in einem Schreiben an die TV-Redaktion, er verdanke sein Leben zwei Lastwagenfahrern, die ihn bewusst oder unbewusst für einen Moment daran gehindert hätten, an der Autobahnanschlussstelle Wittlich auf die Autobahn aufzufahren und mit seinem Wagen gleich auf die Überholspur zu fahren, auf der ihnen der Geisterfahrer entgegengekommen sei: „Meine Frau und ich waren gegen Mittag auf dem Heimweg von Bernkastel-Kues nach Korschenbroich und wollten mit meinem BMW an der Anschlussstelle Wittlich auf die A 1 Richtung Köln auffahren“, schreibt der Düsseldorfer.

Er habe sich auf der Beschleunigungsspur befunden und sich auf die rechte Fahrspur einfädeln wollen. Doch zwei Lastwagenfahrer, so sagt er, hätten das durch ein Fahrmanöver verhindert.

„Plötzlich bemerkte ich hinter mir, wie ein Lastwagen auf der rechten Spur immer näher auf mich zugefahren kam, gleichzeitig bremste vor mir auf der rechten Spur ein Lastwagen stark ab.“ Damit sei ihm die Auffahrt auf die A 1 kurzfristig versperrt worden.

Der Fahrer aus Düsseldorf schildert seine Eindrücke wie folgt: „Durch dieses Manöver der beiden Lastwagen konnte ich mich nicht sofort, sondern erst Bruchteile von Sekunden später auf die rechte Fahrspur einfädeln. Ich setzte sofort den Blinker, um den Lastwagen vor mir zu überholen, als zeitgleich der silberne Mercedes mit einer wahnsinnigen Geschwindigkeit wie aus dem Nichts auf der Überholspur an mir in entgegengesetzter Richtung vorbei rauschte. Ich habe zuerst gar nicht verstanden, was da gerade auf der Autobahn passiert ist. Erst durch einen längeren Blick durch den linken Seitenspiegel habe ich realisiert, dass es sich um einen Geisterfahrer gehandelt hat, als ich die Bremslichter an seinem Mercedes aufleuchten sah und diese auf der Überholspur und nicht auf der anderen Seite der Autobahn wahrgenommen habe. Und dann kam die Todesangst in mir hoch, als ich realisierte, was alles hätte passieren können, wenn ich direkt links zum Überholen des Lastwagens auf die Überholspur ausgeschert wäre.“

Jetzt wisse er, schreibt der Autofahrer,  dass das Manöver der beiden Brummifahrer seiner Frau und ihm das Leben gerettet habe. „Und wer weiß, was noch alles in diesem Moment auf der Autobahn hätte passieren können.  Mein Dank gilt den beiden unbekannten Lastwagenfahrern, die bewusst oder unbewusst eine Katastrophe verhindert haben.“

Er hätte nicht gedacht, sagt er, dass ihn das alles im Nachhinein noch so beschäftigen würde, zumal er seit 40 Jahren den Führerschein besitze und im Straßenverkehr schon so manches –  außer einem Geisterfahrer – erlebt habe. Auch die Berichterstattung im Trierischen Volksfreund, so schreibt der Betroffene, helfe ihm, „das Erlebte zu verarbeiten“. Gern geschehen!

Nach Polizeiangaben verursachte der Falschfahrer zum Glück keinen Unfall. Die Sache ging damit glimpflich aus. Nichtsdestotrotz sperrte die Polizei die Autobahn zwischen Salmtal und Wittlich in Fahrtrichtung Wittlich für rund 20 Minuten, bis der Sachverhalt geklärt war.

Da jedoch kein Kennzeichen des Falschfahrers bekannt geworden sei, erklärt die Polizei, habe man diesen nicht ermitteln können. Wenn ihn sein kurzer Eindruck nicht getäuscht habe, sagt der Autofahrer aus Düsseldorf, dann habe er in dem Wagen des Falschfahrers nicht nur einen Fahrer, sondern sogar mehrere Personen wahrgenommen.