Geklotzt statt geklettert

Wenn alles fertig ist, wird der grundlegende Umbau des Kindergartens Kleinich fast 150 000 Euro gekostet haben. Doch der Bedarf ist da: Die ab 1. März genehmigten sieben Plätze für Zweijährige sind nicht nur allesamt belegt - es gibt auch weitere Anfragen.

Kleinich. (urs) Mit einem Tag der offenen Tür hat der Kindergarten Kleinich den Umbau des Hauses gefeiert. Binnen eines Jahres hat sich vieles geändert. So sind nun das Dachgeschoss mit einbezogen und der Turnraum im Keller, der bisher nur von außen zugänglich war. Statt der früheren Ziehtreppe führt nun eine Holztreppe unters Dach zu Büro und Lagerraum. Sollte ein weiterer Gruppenraum benötigt werden, könnte der Abstellraum umfunktioniert werden. Aus Brandschutzgründen müsste giebelseitig nur eine Außentreppe montiert werden, erklärt Ortsbürgermeister Burkhard Born. Der bisher auch für Ratssitzungen genutzte Turnraum steht den Kindern bald zu 100 Prozent zur Verfügung. Der Gemeinderat tagt künftig im neuen Feuerwehrhaus. Durch die baulichen Veränderungen konnten in der Hauptetage ein Ruhe- und ein Wickelraum geschaffen werden sowie im früheren Büro ein Mehrzweckraum.

Einen derart aufwendigen Umbau für die Aufnahme von Zweijährigen hatte der Rat ursprünglich nicht vorgesehen. Laut Born waren anfangs 50 000 Euro im Gespräch. Dass dann letztlich "nicht gekleckert, sondern mit einer Bausumme von rund 140 000 Euro eher geklotzt" worden sei, gehe auf Forderungen des Landesjugendamtes zurück. Rückblickend seien sie dankbar, "zu unserem Glück" quasi gezwungen worden zu sein. Denn das Geld sei gut angelegt. Die sieben Plätze für Zweijährige seien alle verteilt, und es gebe weitere Anfragen.

Der Kreis beteiligt sich am Umbau mit 30 300 Euro, der Bund mit 28 000 Euro und Hochscheid mit 22 000 Euro. Wegen unvorhersehbarer Mehrkosten von 40 000 Euro hofft Born auf weitere 12 000 Euro des Kreises. Für seinen Hochscheider Kollegen Erhard Wolf ist die Investition ein "wichtiger Infrastrukturbeitrag". Kindergartenleiterin Anke Wiesel bedankt sich aber auch bei Eltern und Elternausschuss für die Organisation des Festes. Landrätin Beate Läsch-Weber hob die Bedeutung der "Vereinbarkeit von Familie und Beruf" hervor, zu der Kleinich einen wichtigen Beitrag leiste. Über den Antrag auf Zuschuss-Aufstockung werde der Jugendhilfeausschuss am 24. Juni beraten.