Gelbe Trikots für alle

HEIDENBURG. (urs) Der zehnte Geburtstag einer Freundschaft ist wie eine kleine Etappe. Einige Heidenburger nehmen die Feier ihrer Partnerschaft mit Villeblevin daher zum Anlass, zu dieser per Rad anzureisen.

Nur noch wenige Tage bis zum Start der "Kleinen Tour de France". Am Montag, 13. September, startet die kleinere Version von Heidenburg bis zur Partnergemeinde des Hunsrückortes, Villeblevin. Dort steht am 18. und 19. September die Feier des zehnjährigen Bestehens dieser Freundschaft an. Als Etappen-Orte haben sich die acht Radler für Thionville, St. Mihiel, St. Dizier und Troyes entschieden. Insgesamt knapp 500 Kilometer mit Tagesstrecken, die je nach Schwierigkeitsgrad zwischen 80 bis 120 Kilometer liegen werden. Ab Troyes werden die Heidenburger Radler Unterstützung von ihren französischen Freunden erhalten, mit denen sie dann am Freitagnachmittag in Villeblevin eintreffen. "Wir haben die Strecke mit dem Auto grob abgefahren", erklärt Jürgen Paulus, Vorsitzender des Partnerschafts-Komitees und einer der sieben Teilnehmer. Die Tücken der Route sind ihm daher bewusst: "Die Etappe St. Mihiel - St. Dizier ist eine Gebirgsstrecke - die wird heftig." Zu einem Wettkampf soll die "Kleine Tour de France" aber nicht werden. Paulus schätzt, dass sie im Schnitt maximal 15 bis 16 Kilometer pro Stunde fahren werden. Beim Training hatten sie sich in der Regel bei 22 bis 23 an der Mosel und 18 bis 19 Kilometer im Hunsrück eingefahren. Das Training hatte im Mai begonnen. "Ich bin ja vorher gar kein Fahrrad gefahren - da muss man erst einmal den Popo trainieren", gesteht Paulus. Alles andere wie zum Beispiel die Muskulatur sei dagegen kein Problem gewesen. In den vergangenen Wochen traten die 30- bis 50-jährigen Tour-Neulinge zwei Mal die Woche zwischen einer und vier Stunden in die Pedale - auf Rädern, die vom zehn Jahre alten Rennrad bis zum gebraucht gekauften Drahtesel vor allem durch Vielseitigkeit bestechen. "Wir sehen uns nicht als Rad-Amateure, sondern nur als Fahrrad-Laien", betont Paulus.Rückreise mit Bus und Bahn

Allerdings Laien, die anders als ihre Vorbilder vom ersten bis zum letzten Tag der Fünf-Tages-Tour allesamt mit gesponserten gelben Trikots starten werden. Ansonsten kommen sie aber für alle Kosten wie für ihre Räder oder Hotelübernachtungen selbst auf. Sogar ein Begleitfahrzeug hat das Team Heidenburg organisiert. Paulus Vater Reinhard und Ehefrau Inge werden samt Wohnmobil dem Tross vor allem an Schlecht-Wetter-Tagen zur Seite stehen. Die Idee für die Fahrt hatte Theo Anell, der auch die Organisation übernommen hat. Bei der Rückkehr vom jährlichen Treffen des Partnerschaftskomitees hatten er und Ortsbürgermeister Dietmar Jäger im November vorigen Jahres die "Kleine Tour" praktisch aus der Taufe gehoben. Und das, obwohl Anell auch erst im Hinblick auf die Tour wieder mit dem Radfahren angefangen hatte. Bei der Rückreise wird dem Tour-Team auf jeden Fall keine sportliche Fitness mehr abverlangt. Diese treten sie gemeinsam mit den per Bus oder Auto anreisenden Heidenburgern an.