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Gelungene Premiere für das Winterkino

Gelungene Premiere für das Winterkino

Dass Kinovorstellungen in Wittlich ihre Zuschauer finden, hat der Start der Reihe "Winterkino im Casino" bewiesen: Beide Filme waren bei der Premiere bis auf den letzten Stuhl ausgebucht - am Abend musste sogar noch zusätzlich Platz geschaffen werden.

Wittlich. Besser konnte die Premiere für das monatlich geplante "Winterkino im Casino" nun wirklich nicht laufen. Schon im Vorverkauf für die Nachmittagsvorstellung gingen 48 Karten weg - die restlichen Plätze füllten sich dann am trüben Sonntagnachmittag von allein. So fanden 100 Popcorn-Tüten ihre Abnehmer, während "Ice Age IV" die kleinen Kinogänger zum Lachen brachte.
Kaum erwarten konnten es abends die ersten Neugierigen: Sie standen schon ungeduldig vor der Kinotür und wollten sich endlich mal cineastisch in ihrer Stadt berieseln lassen. Hier gab es nur noch 25 Tickets im freien Verkauf für die romantische Komödie "Ein gutes Jahr". Passend zur Story des von Oscar-Preisträger Russell Crowe gespielten Großstädters, der ein Weingut erbt, gab es als Event-Kino-Erlebnis eine Weinprobe mit dem Wittlicher Winzer Heinz Zender.
"Das ist klar ein kultureller Verlust für Wittlich, dass es hier kein Kino gibt", sagt Besucher Walter Stefany (64). Er sei an diesem Abend auch in der Hoffnung gekommen, dass man mit solchen Aktionen vielleicht wieder ein Filmkino in die Stadt holen könne.
Sylvia Peckart (47) nutzte ebenfalls das Winterkino-Angebot: "Das ist ein schöner Anlass, um hier am Ort mal etwas mit meiner Freundin zu unternehmen." Henrike Kammerer (56) sagt klar: "Wenn hier etwas Neues wie ein örtliches Kino geboten wird, nehme ich das gerne in Anspruch. Auch in diesem Rahmen ist es schon ein echter Gewinn. Ansonsten muss ich ja bis nach Trier fahren, um einen Film zu sehen."
Bei der positiven Resonanz zeigt sich das Stadtmarketing als Initiator der Aktion mehr als zufrieden: "Mit so einem Erfolg hatte ich nicht gerechnet", sagt Karsten Mathar. Den Wunsch nach einem eigenen Kino hört man aus vielen Gesprächen der Gäste heraus - und das, obwohl es ja gar kein Hightech-Abend wird, sondern eher einer aus der guten alten Zeit.
Dafür ist Filmvorführer Günther Sperlich zuständig. Er hat eines der letzten Wanderkinos, das für das "so beliebte nostalgische Knattern der Maschine sorgt", berichtet er. Die sechs mal drei Meter große Leinwand hat er tags zuvor aufgestellt. 2500 Meter Film wird es am Abend zu sehen geben - mit einer Pause zum Wechseln an der antiken Filmvorführmaschine, die nun schon knapp 1000 Stunden gelaufen ist. Und sie wird in Wittlich noch mindestens vier weitere Aufführungen begleiten: Am 16. Dezember gibt es den nächsten Winterkino-Abend im Casino. Dafür können die Wittlicher abstimmen, was sie gerne sehen möchten: Heinz Rühmanns "Feuerzangenbowle" mit dem passenden Getränk dazu oder "Sushi in Suhl" mit einem Sushiteller ab 18.30 Uhr serviert. Auf die kleinen und großen Kinder wartet um 15 Uhr "Madagascar 3". jo
Weitere Informationen und Tickets gibt es beim Stadtmarketing Wittlich/Tourist-Information in der Neustraße.