Gemeinde Binsfeld will Neubaugebiet ausweisen trotz vieler Leerstände

Wohnen : Trotz vieler Leerstände - Binsfeld will Neubaugebiet ausweisen

In Binsfeld ist der Ortsgemeinderat damit beschäftigt, neues Bauland zu schaffen. Dabei stehen im Ort mehr als 70 Häuser und Wohnungen leer. Interessenten für Bauland gibt es dennoch.

Trotz einer nicht geringen Zahl an Leerständen im Ort plant die Gemeinde Binsfeld die Erschließung eines Neubaugebiets. Denn wie Werner Pitsch, erster Beigeordneter der Ortsgemeinde, erklärt, habe die Gemeinde kein Bauland mehr im Angebot. Es gebe jedoch eine gewisse Nachfrage, die man nicht bedienen könne. Deshalb treibt der Ortsgemeinderat derzeit die Entwicklung der Bebauungsplanung „Unterste Wiese“ voran. 22 Baugrundstücke sollen in Binsfeld geschaffen werden.

In seiner Sitzung beschäftigte sich der Rat mit der Vergabe weiterer Planungsleistungen. Wie Pitsch erklärt, fordern die Genehmigungsbehörden zahlreiche Gutachten. Dabei gehe es nicht nur um ein Lärmschutzgutachten, sagt Pitsch.
Das Areal, auf dem die Gemeinde Bauland schaffen will, müsse zuvor auch im Hinblick auf archäologische Bodendenkmäler untersucht werden. „Auch das kostet die Gemeinde Geld.“

Ebenso ein Gutachten, in dem der Lärm des Kajütenparkplatzes, einer nahegelegenen Disco, und einer Schlachterei in der Nähe erfasst würde, sei notwendig, ebenso wie ein Bodengutachten.

Ganz nebenbei: Das geplante Baugebiet liegt in der Lärmschutzzone II des US-Militärflughafens Spangdahlem. Wer dort ein Haus errichten möchte, der muss beim Bau bestimmte Auflagen zur Lärmschutzdämmung des Gebäudes erfüllen.

Auf dem Weg zum Neubaugebiet muss die Gemeinde neben den Gutachten, die positiv ausfallen müssen, aber noch andere Hindernisse aus dem Weg räumen. Ganz konkret geht es dabei um den Abriss von Gebäuden. Denn dort, wo die Zufahrt zum Neubaugebiet entstehen soll, erklärt Pitsch, stehen derzeit noch ein Haus und eine Scheune. Die Gebäude, die sich bereits im Eigentum der Gemeinde befänden, müssten abgerissen werden.

Wie Pitsch sagt, gehe man im Gemeinderat davon aus, dass man die Planung im nächsten Jahr unter Dach und Fach bringen werde und mit den Erschließungsarbeiten beginnen könne. Um über die Erschließungskosten und Quadratmeterpreise zu sprechen, sagt Pitsch, dafür sei es allerdings noch zu früh.

Leerstände Nur weil der Ortsgemeinderat ein weiteres Neubaugebiet plant, bedeutet das nicht, dass es in Binsfeld einen Mangel an Wohnraum gäbe. Fakt ist, wie Pitsch sagt, dass rund 60 bis 70 Häuser und Wohnungen im Ort leerstehen,  „darunter auch Wohnblocks von den Amerikanern.“ Lebten ehemals mehr als 80 Familien aus den Vereinigten Staaten in Binsfeld, seien es jetzt nur mehr rund zehn Familien. „Die jungen Leute möchten nicht in die Wohnblocks.“

Auch viele Häuser verstorbener Dorfbewohner stünden leer und zum Verkauf, sagt Pitsch. „In dem ein oder anderen gibt es natürlich großen Sanierungsbedarf.“ Wohnraum sei jedoch prinzipiell in Hülle und Fülle vorhanden. Bei der Vermietung hapere es allerdings oftmals daran, dass die Wohnungsgrößen zu klein geschnitten seien, was es für Familien mit ein bis zwei Kindern schwierig mache. „Deshalb müssen wir das Neubaugebiet voranbringen“, sagt der erste Beigeordnete Werner Pitsch.

Mehr von Volksfreund