Gemeinde Bruch setzt auf Dorferneuerung
Bruch · Laut Statistik ist auch die Gemeinde Bruch von langsam sinkenden Einwohnerzahlen betroffen. Was gab es früher und was hat sich verändert in der Gemeinde? Der TV war zu Gast bei Ortsbürgermeister Fritz Kohl und Friedrich Remmy, einem waschechten Brucher.
Bruch. Auf die Frage was für ihn der schönste Platz in Bruch sei, sagte Friedrich Remmy spontan: "Wenn ich meine große Tour entlang der Salm hinauf zum Mellicher Berg gehe. Dort auf der Bank neben der Feldscheune verweile ich und schaue auf unseren Ort hinunter - ein wunderschöner Augenblick".
Friedrich Remmy ist 1935 in Bruch geboren, aufgewachsen und zur Schule gegangen. Die alte Schule aus dem Jahr 1853 steht schon lange nicht mehr. Sie wurde 1969 abgerissen. Dort ist heute der Dorfplatz. Eine neue Schule wurde gebaut. Ortsbürgermeister Fritz Kohl kennt diese auch noch. Heute werden dort aber keine Kinder mehr unterrichtet. Sie fahren in die benachbarten Gemeinden oder in die Stadt. Früher gab es unter anderem zwei Schreinereien mit Sägewerk, einen Stellmacher, eine Mühle, zwei Gaststätten und zwei Kolonialwarenläden. "Dort kaufte ich mir Lakritze für ein paar Groschen", erzählt Remmy.
Im Ort einkaufen zu gehen, ist heute nicht mehr möglich. Es gibt keine Lebensmittelgeschäfte mehr. Einen Getränkeladen und eine Gaststätte gibt es noch. "Der demografische Wandel hat auch vor Bruch keinen Halt gemacht. Die Geburtenzahlen sinken und im Gegensatz zu früher, wo fast 90 Prozent der Menschen von der Landwirtschaft lebten, gehen die Menschen heute in die Städte arbeiten", sagt Remmy, der selbst noch täglich in der eigenen Schreinerei arbeitet.
Dass die Dörfer langsam schrumpfen liege in der Natur der Sache, schließt sich Ortsbürgermeister Fritz Kohl an. Umso wertvoller werde für jeden einzelnen die Heimat, wo Zusammenhalt selbstverständlich sei. Bruch habe sich gerade im Hinblick auf die demografische Entwicklung für die Dorferneuerung entschieden. So ist in der ehemaligen Schule heute das Bürgerhaus mit Jugendraum untergebracht. "Wir haben keinen Leerstand und das soll auch so bleiben. Das heißt auch, dass wir Altes aufkaufen und wenn nötig abreißen, um Neues entstehen zu lassen", sagt Kohl. Das sei auch ein sozialer Prozess.
Laut Beschluss des Gemeinderats werde bis 2020 kein Neubaugebiet erschlossen.
Abschließend hofft Kohl, dass der Bau des Radweges vorangeht und die bessere DSL-Versorgung umgesetzt wird. mkl
Laut den Angaben des Statistischen Landesamts zur Bevölkerungsentwicklung hatte Bruch zum Stichtag 30. Dezember 2010 genau 463 Einwohner. Am 30. Juni 2011 sind es laut Ortsbürgermeister 479 Personen. Das sind 16 Personen mehr als im Vorjahr, jedoch 43 weniger als noch im Jahr 2002 mit 522 Personen. mkl