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Gemeinde Dreis will auf Brachfläche Lavendelfeld anlegen

Natur : Lavendel statt Reben: Gemeinde Dreis nimmt verbuschte Flächen in Angriff

Heute gibt es noch zwei Familien in Dreis, die Weinbau betreiben. Für ehemalige Weinbergsflächen hat sich die Gemeinde etwas einfallen lassen.

Im Dreiser Heimatlied hat der Weinbau einen festen Platz. Im Ort ebenfalls. Über Jahrhunderte war der Weinbau neben der Landwirtschaft eine wichtige Einnahmequelle für die Menschen im Dorf. In den Lagen „Dreiser Lay“, „Johannisberg“, „Im Rothen“, „Vogelsang“ und „Kobolter“ waren insgesamt zehn Hektar Reben. Die Trauben, sie im sonnigen Südhang auf Schieferstein wachsen, ergeben mit ihren 70 bis 75 Grad Oesle, einen guten Kabinett oder auch mal eine Spätlese, wie Elfriede Grün von den „fidelen Wingertsleut`“, die einen Weinberg bearbeiten, bestätigt. (der TV berichtete)

Doch es gibt auch viele Brachflächen, denn viele haben ihre Weinberge stillgelegt. Einige werden als Wiesenflächen genutzt, vereinzelt sieht man Streuobstbäume darauf oder sie sind verbuscht.

Die Gemeinde, die selbst im Besitz einiger solcher Flächen ist, möchte jetzt auf einer davon ein Lavendelfeld anlegen. Momentan sind die rund 360 Quadratmetern oberhalb des Friedhofs verwildert. Im Herbst wird sich das aber ändern, dann wird gerodet und Lavendel, vielleicht auch ein paar Rosenstöcke gepflanzt. Ortsbürgermeister Christoph Thieltges sagt: „Außer dem Lavendel und den Rosen soll ein schmaler Trampelpfad durch den Weinberg führen. Hier stellen wir uns vor, eine Ruhebank aufzustellen, ein Insektenhotel zu schaffen und mit örtlichen Imkern zu sprechen, ob sie dort ein Bienenvolk ansiedeln möchten.“ Weiter sagt er: „Ziel ist es auch, dass es im ehemaligen Weinberg summt und brummt. Denn auch die Bienen, Hummeln und Schmetterlinge werden sich am Lavendel und den Blüten erfreuen.“

Die Gemeinde möchte mit dem Projekt mit gutem Beispiel vorangehen und zeigen was mit den ehemaligen Weinbergen möglich ist. „Es können natürlich auch Rebstöcke, Blühfelder, Streuobstwiesen oder Weinbergs-Pfirsich angelegt werden. Es gibt eine Menge Möglichkeiten, die Flächen zu reaktivieren“, so der Ortschef.

Die Gemeinde hat sich auf den fünften Förderaufruf für ehrenamtliche Bürgerprojekte in der LAG Vulkaneifel beworben und auch den Zuschlag für das Lavendelfeld erhalten. 2000 Euro waren damit verbunden.

Im Herbst dieses Jahres soll es losgehen und es haben sich schon einige Ehrenamtliche gemeldet, die beim Anlegen mithelfen wollen. Auch der Landespflegeausschuss wird dabei sein und zum Abschluss wird es bestimmt auch ein Gläschen echten Dreiser Wein geben.