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Gemeinde verfehlt Sparziel

Wederath. Ob im vergangenen Jahr tatsächlich im Archäologiepark Belginum durch die Reduktion der Öffnungszeiten Geld gespart wurde, ist unklar. Auf mehrfache Nachfrage blieb Bürgermeister Andreas Hackethal dem TV die Antwort schuldig.

Die Verwaltung sei dabei, die Zahlen zu ermitteln, sagte er. Ursprünglich sollten 35 000 Euro gespart werden.
Hacketal räumte ein, dass dieses Ziel nicht habe erreicht werden können. Der Grund: Die Gemeinde scheiterte mit ihrer geplanten Stellenkürzung. Sie wollte das Gehalt der Belginum-Leiterin auf 58 Prozent reduzieren, musste sich nach einer Niederlage vor Gericht aber mit 90 Prozent zufriedengeben. Die Arbeitszeit der beiden Mitarbeiterinnen am Empfang wurde auf etwa die Hälfte reduziert.
Die Kosten des Rechtsstreits beziffert der Verwaltungschef auf 235 Euro. Die Gemeinde habe nur die Gerichtsgebühr zahlen müssen. Die juristische Beratung und Vertretung habe der kommunale Arbeitgeberverband kostenfrei übernommen.
Auch die Nebenkosten dürften trotz verkürzter Öffnungszeiten nicht viel geringer ausgefallen sein. So muss die Heizung gerade im Winter weiterlaufen, damit die Ausstellungsstücke nicht beschädigt werden. Die Heizung war zudem defekt, was bis Mitte 2012 nicht bemerkt wurde. Sie hat 2011 und 2012 wesentlich mehr Strom verbraucht als in den Vorjahren. Mehrkosten: 26 000 Euro.
Mit den verkürzten Öffnungszeiten Geld zu sparen dürfte auch deshalb schwierig werden, weil zwangsläufig weniger Besucher kommen und die Einnahmen dadurch sinken. Die Besucherzahl betrug 2012, also in dem Jahr, in dem die neuen Öffnungszeiten erstmals komplett umgesetzt wurden, 7100. Bei vollen Öffnungszeiten bewegte sich die Zahl in den Vorjahren zwischen 8600 und 11 700. mai