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Gemeindeforst Morbach: Wildschäden häufen sich, Fichte vom Klimawandel bedroht

Gemeindeforst Morbach: Wildschäden häufen sich, Fichte vom Klimawandel bedroht

Der Gemeindewald von Morbach ist mit 3000 Hektar einer der größten in Rheinland-Pfalz. Alle zehn Jahre wird Inventur gemacht. Die Ergebnisse hat ein Gutachter in der Sitzung des Gemeinderats am Montag vorgetragen. Seine Empfehlung: Mehr Douglasien anpflanzen.

Morbach. Ein Jahr lang haben der Sachverständige Klaus Remmy und seine Mitarbeiter vom Beratungsbüro Fonat in Pluwig benötigt, um den Morbacher Gemeindewald zu untersuchen und eine Bestandsaufnahme zu machen. Das ist bei einem Gemeindewald wie dem der Gemeinde Morbach gesetzlich vorgeschrieben. Mit 3000 Hektar ist er der drittgrößte Gemeindewald in Rheinland-Pfalz. Die Ergebnisse und Empfehlungen seiner Untersuchung hat Remmy dem Morbacher Gemeinderat präsentiert.

Die Fläche des Wirtschaftswalds ist demnach mit 2355 Hektar (im Jahr 2005: 2362 Hektar) in etwa gleich groß geblieben. Die Gesamtbetriebsfläche inklusive Nebenflächen und Wegenetz beträgt 2910 Hektar (im Jahr 2005: 2916 Hektar). "Der Anteil Laubwald - Nadelwald ist dabei annähernd fifty/fifty," sagt Remmy. Dabei verteilt sich der Bestand unter anderem auf 37 Prozent Fichte, sechs Prozent Douglasie, 23 Prozent Buche und 16 Prozent Eiche. Sorge macht Remmy der Rückgang der Fichte im Vergleich zu 2005, als es noch 46 Prozent waren - heute sind es neun Prozent weniger.
"Ja, es gibt den Klimawandel - und daran zeigt er sich", erklärt Remmy. Denn die Fichte bevorzuge ein eher kühleres Klima. Der Hiebsatz, also die Zahl der nutzbaren Holzmenge, liege im langjährigen Durchschnitt bei circa 16 000 Festmetern Holz, in den vergangenen zehn Jahren lag er jedoch bei 20 000 Festmetern. Remmy hatte dazu auch eine griffige Zahl parat: Pro Stunde wachsen zweieinhalb Erntefestmeter Holz. Um diese Zahl zu halten, sei es sinnvoll, langfristig auch andere Baumarten, wie etwa die Douglasie voranzutreiben. Diese Baumart gilt als klimawandelrobust. Zudem sollten größere Reserven aufgebaut werden. Der Wald sei zu jung, die meisten Bäume liegen in der Altersklasse 21-40 Jahre, gefolgt von 41-60 Jahre.
Auch Wildschäden würden dem Wald zu schaffen machen. Vor allem Rot- und Rehwild schädigt die Bäume. Zum einen werden nachwachsende Triebe gefressen, zum anderen schälen sie ihr Geweih an den Baumrinden. Remmy empfiehlt daher, den Hiebsatz für die nächsten zehn Jahre herunterzufahren und den Wald stärker zu bejagen.Mehr Jagd im Waldgebiet


In der anschließenden Diskussion begrüßten die Ratsmitglieder die Vorschläge. Vor allem die Jagd im Waldgebiet soll verstärkt werden, um zukünftige Wildschäden zu vermeiden. Morbachs Bürgermeister Andreas Hackethal erinnerte daran, dass der Abschussplan, den die Gemeinde entwickelt hat, eingehalten werden müsse. Das soll im Jagdausschuss besprochen werden. Dem stimmte der vom Büro Fonat erstellten Forstbetriebsplanung einstimmig zu.Extra

Von einer Million Euro Zuschüssen für Kitas im Landkreis Bernkastel-Wittlich erhält die Einheitsgemeinde Morbach 172 343 Euro. 13 020 Euro gehen an die Kita Bischofsdhron für die Schaffung einer Krippengruppe. 29 223 Euro erhält Gonzerath für den Aufbau einer dritten Gruppe. Mit 27 820 Euro wird auch Hundheim um eine dritte Gruppe erweitert. Die Kita Morbach-Schulstraße erhält 22 424 Euro für eine Krippengruppe. Der Neubau der Kita Morbach-Auf der Huhf wird mit 45 289 Euro unterstützt. In Morscheid stehen 29 005 Euro für die Schaffung einer dritten Gruppe auf dem Plan. Weiperath erhält sechs neue Plätze für Kinder unter drei Jahren. Dafür sind 5 560 Euro fällig. Der Gemeinderat beschloss dem Verein "Regionalentwicklung Hunsrück-Hochwald" beizutreten. Der Verein soll unter anderem dazu dienen, Fördergeld zu beantragen. Der jährliche Vereinsbeitrag beträgt 2620 Euro. Der Absichtserklärung zum Ausbau der Region Hunsrück-Hochwald zur Bike-Region hat das Gremium ebenfalls zugestimmt. hplExtra

Ein Wald wird schon seit langem nachhaltig bewirtschaftet. Was bedeutet das? Wenn man einen Baum fällt, um sein Holz zu verwenden, muss man eben auch dafür sorgen, dass ein Baum nachwachsen kann. Deshalb setzen Förster schon seit über 100 Jahren auf die sogenannte "Nachhaltigkeit". Sie machen einen Plan und überlegen, wo und wann man am besten neue Bäume anpflanzt. Dann ist immer Nachschub für die gefällten Bäume vorhanden. hpl