Gemeinden verbindet die Sorge um ihre Kulturdenkmäler

Gemeinden verbindet die Sorge um ihre Kulturdenkmäler

Ziel des Ausflugs des Gemeinderats aus dem elsässischen Fort-Louis-du-Rhin war die Mosel mit einem Besuch der Doppelstadt und ihrer Festungsruine Mont Royal. 20 Mitglieder machten Station, um die Ausgrabungen ihrer Schwester-Festung zu besichtigen und die Stadt Traben-Trarbach und ihren Wein kennenzulernen.

Traben-Trarbach. Empfangen wurden die Gäste vom Verein der Freunde und Förderer der Festung Mont Royal und mit einem feinherben Kabinett begrüßt.
In seiner kurzen Ansprache wies Lutz Reichardt, zweiter Vorsitzender des Vereins der Freunde und Förderer der Festung Mont Royal, auf die enge Verbindung der zwei Festungsstädte und auf ihr gemeinsames Schicksal hin.
Mit dem Bau beider Festungen wurde im Jahr 1687 begonnen, im Frieden - und auf deutschem Territorium. Beide gehören zu den acht von Vauban erbauten Festungsstädten - neben Longwy, Saarlouis, Neuf-Brisach, Huningue (bei Basel), Mont Louis (in den Pyrenäen) und Mont-Dauphin (in den Alpen). Beide verdanken ihre Existenz der Initiative und dem ausdrücklichen Wunsch des Sonnenkönigs selbst, denn Vauban hatte anfangs ernsthafte Vorbehalte, was den Standort und die Notwendigkeit ihres Baus betraf. Der berühmte Festungsbaumeister war deshalb wohl auch sehr früh schon bereit, die beiden aufzugeben und in einem Friedensvertrag mit dem Kaiser ihrer Zerstörung zuzustimmen.
Der freundschaftliche Kontakt zwischen der Doppelstadt an der Mosel und der kleinen Gemeinde am Rhein besteht seit 2008. Bereits einen Monat nach dem von der Universität Trier organisierten internationalen Treffen auf dem Mont Royal war eine kleine Delegation aus Fort Louis an der Mosel. Im Juli des gleichen Jahres wurden beide Festungen in einer Fernsehsendung von France 3 Alsace vorgestellt. Der erste Besuch in Fort Louis fand im September 2008 statt, in dessen Rahmen sich die Idee eines deutsch-französischen Partnerschafts-Projekts konkretisierte. Beide Festungen erhielten 2009 eine moderne Beschilderung, unterstützt von den europäischen Förderprogrammen Leader und Pamina. Im Jahre 2012 folgte einem Besuch in Fort Louis anlässlich der ersten Vorstellung des neuen Modells der Festung Fort Louis erneut der Gegenbesuch einer kleinen Gruppe aus Frankreich. Beide Gemeinden verbindet heute vor allem auch die Sorge um den Erhalt und die Inwertsetzung eines europäischen Kulturdenkmals.
Ein Rundgang durch die Ausgrabungen begeisterte die Gäste ebenso wie die Ausblicke auf das Moseltal. Sie waren überrascht, noch so viele interessante Werke, wie zum Beispiel den nördlichen Wehrgang, die Untergeschosse der beiden Bolltürme und die Flankenbatterien. Alle teilten die Ansicht, dass es unverantwortlich wäre, diese steinernen Zeugen verfallen zu lassen. red

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