Gemeinderat entscheidet sich für Kindergarten-Neubau

Gemeinderat entscheidet sich für Kindergarten-Neubau

Die Gemeinde Zeltingen-Rachtig baut einen neuen Kindergarten. Das hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen. Er soll nach jetzigem Stand 2,45 Millionen Euro kosten. Ursprünglich war ein Bau für 3,4 Millionen Euro im Gespräch.

Zeltingen-Rachtig. Beifall für den Gemeinderat. Mehrere Zuhörer, zumeist Eltern von Kleinkindern und Erzieherinnen, freuten sich sichtlich, als am Mittwochabend der Gemeinderat Zeltingen-Rachtig einstimmig den Neubau eines Kindergartens beschloss. In ihm können Kinder ab einem Jahr betreut werden, dort über Mittag bleiben und essen.
Seit vielen Jahren wird über dieses große Projekt in der Gemeinde diskutiert, jetzt hat sich der Rat festgelegt. 2,45 Millionen Euro soll der Bau, der zwischen der Grundschule und dem neuen Feuerwehrgerätehaus entstehen soll, kosten.
Ursprünglich war mal eine andere Planung im Gespräch. Vor zwei Jahren war man noch von etwa 3,4 Millionen Euro ausgegangen. Doch diese Summe war der Kreisverwaltung zu viel. Jetzt liegt eine deutlich abgespecktere Variante vor. Das Gebäude mit einer Innennutzfläche von rund 800 Quadratmetern ist nur noch einstöckig, es ist kein Winkelbau, sondern rechteckig und bekommt ein Flach- statt eines Satteldachs. Auch die Räumlichkeiten sind von der Größe und Anzahl nun etwa bescheidener bemessen (siehe Planskizze). Ortsbürgermeister Manfred Kappes sagt: "Wir brauchen keinen Mercedes, sondern eine einfache und funktionale Lösung."
Dem neuen Raumkonzept müssen aber noch die Kreisverwaltung und das Landesamt für Soziales zustimmen.
Die Finanzierung des Großprojekts ist noch nicht völlig geklärt. Die Gemeinde kann für den sechsgruppigen Kindergarten mit rund 150 000 Euro vom Land rechnen. Der Kreis wird nach jetzigem Stand etwa 320 000 Euro zuschießen. Auch die Gemeinden Lösnich und Erden beteiligen sich mit insgesamt rund 350 000 Euro an den Kosten, weil die Kinder aus diesen Orten die Kita Zeltingen-Rachtig besuchen. Verbleiben rund 1,65 Millionen Euro, die die Gemeinde Zeltingen-Rachtig schultern muss.
Die Unterlagen für den Neubau müssen bis 1. März 2015 bei der Kreisverwaltung vorliegen, die wiederum bis zum 15. April beim Land den Förderantrag stellen muss.
Zurzeit gibt es zwei Kindergärten in dem 2280-Einwohner-Ort: St. Joseph in Zeltingen sowie St. Marien in Rachtig. Beide sind in Trägerschaft der katholischen Kirche, was auch so bleiben wird.
Nachdem man von dem 3,5-Millionen-Neubau abgerückt war, war eine Sanierung mit Anbauten der beiden bestehenden Kindergärten im Gespräch. Das hätte rund 1,9 Millionen Euro gekostet. Das Bistum hatte für diese Variante einen Zuschuss von 285 000 Euro versprochen. Ob das Bistum diese Summe nun auch für einen Neubau zahlt, ist noch ungewiss. Verhandlungen stehen an.
Ein Arbeitskreis Infrastruktur unter der Leitung von Ralph Müller wurde im August dieses Jahres gegründet. Er befasste sich intensiv mit der Planung und den Fördermöglichkeiten und kam zu dem Ergebnis, dass ein Neubau sinnvoller sei. Die Sanierung der Altbauten sei schwer zu kalkulieren, die Betriebskosten seien geringer, ein Neubau sei attraktiver für junge Familien und er fördere das Zusammenwachsen beider Ortsteile.
Der Standort befindet sich ebenso wie das neue gemeinsame Feuerwehrgerätehaus zwischen den beiden Ortsteilen.Extra

Aktuell werden im Kindergarten St. Marien Rachtig 31 Kinder betreut, im Kindergarten St. Joseph Zeltingen sind es 33, davon sind sechs Unterdreijährige. Im neuen Kindergarten können Kinder von ein bis sechs Jahren, also auch Windelkinder, betreut werden. In den kommenden zwei Jahren wird in der Spitze mit insgesamt 95 Kindern gerechnet. sim

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