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Gemeinderat Salmtal beschließt Kletterturm an altem Bahnbauwerk.

Freizeit : Klettern am Salmtaler Brückenpfeiler kann kommen

Eine ausführliche Diskussion gab es im Salmtaler Gemeinderat zum Projekt Kletterturm. Die Kostensteigerung und die Finanzierung waren dabei Streitpunkte.

Ein ausgedienter Brückenpfeiler an einem Radweg soll Kletterbegeisterten die Möglichkeit geben, ihr Hobby in Salmtal auszuüben. Das ist eine schöne Idee, die auf den ersten Blick einfach umzusetzen scheint. Kletterhalterungen anschrauben, Seilhalterungen befestigen und los geht´s. Doch so einfach ist es nicht. Es müssen Toiletten und Parkplätze nachgewiesen, DIN-Normen eingehalten werden. Der TÜV prüft die Anlage mehrmals im Jahr, es werden Statik und Hochwasserschutz verlangt sowie eine Festigkeitsprüfung des Pfeilers. Rettungswege müssen festgelegt werden und einiges mehr.

Seit dreieinhalb Jahren versucht Christian Barzen das Projekt umzusetzen. Bis vor einem Jahr lagen die geschätzten Kosten bei 38600 Euro. Davon sollten 25.090 Euro, das sind 65 Prozent aus zugesagten Leadermitteln, bezahlt werden. Doch die Leaderförderung fordert eine Ausschreibung für die Planung durch ein Fachbüro, was die Maßnahme erheblich verteuert: Die Kosten steigen auf 65.000 Euro. Das löste bei der jüngsten Ratssitzung Diskussionen aus. Zum einen wegen der Kostensteigerung, die sich durch die Vorschriften ergeben hat, und zum anderen wegen der Finanzierung. Denn nach Abzug der Förderung, Spenden des Vereins, der den Kletterturm betreiben wird und Spenden sonstiger, verbleiben 13.000 Euro bei der Ortsgemeinde. Einige Ratsmitglieder fanden diesen Betrag zu hoch, denn andere Vereine im Ort, würden seit Jahrzehnten kaum Zuschüsse von der Gemeinde bekommen, sehr viel in Eigenleitung schaffen und sich in der Gemeinde engagieren. Bei einem Verein, der sich noch nicht gegründet hat, sondern der sich aus dem Volleyballverein entwickeln soll, haben sie Schwierigkeiten zuzustimmen.

Die aktuell acht Personen, die sich sehr für das Projekt einsetzen, haben für die Sitzung noch einmal zusammengefasst, warum das Projekt für Salmtal eine Bereicherung wäre. Sie argumentieren mit dem Klettern als Sport, der sehr naturnah, kommunikativ und ganzheitlich ist. In Salmtal soll es ein gemeinschaftlich, zusammenführendes Projekt werden, und mehrere Vereine sowie die Schulen, Kindergärten, Jugendgruppen, Sport- und Feuerwehr sollen die Kletteranlage nutzen können, neben dem Kletterverein, der sich in der Gründungsphase befindet. Zudem ist es den Organisatoren sehr wichtig, dass sie den geschichtlichen Hintergrund des Brückenpfeilers in Salmtal herausstellen. Das Brückenbauwerk stützte einst die ehemalige Bahnbrücke, die Ende des Zweiten Weltkriegs gesprengt wurde. Eine neue Bahnbrücke wurde später direkt daneben gebaut. Seit über 70 Jahren steht der Pfeiler nun ungenutzt an seiner Stelle. Die Gestaltung des Pfeilers, könnte für Künstler aus der Region ein Projekt werden.

Die Ortsgemeinde hat sich schon im März zum Kletterturm geäußert, als eine Maßnahme die ein weiterer Schritt für die Jugend und den Sport im Ort sein könnte, denn die Möglichkeit des Kletterns habe es bisher noch nicht gegeben. „Die Nutzung des Pfeilers ist eine sicherlich einmalige Attraktion und würde die Infrastruktur und den Wohnwert in Salmtal positiv beeinflussen“, so heißt es in der Stellungnahme.

Bei der abschließenden Abstimmung haben acht Ratsmitglieder für das Projekt und vier dagegen gestimmt. Zwei Ratsmitglieder haben sich enthalten.

Das Projekt könnte im Frühjahr oder Sommer kommenden Jahres starten, denn alle Unterlagen und Genehmigungen zur Nutzung liegen vor. Einzig eine bereits entworfene Nutzungsvereinbarung zwischen Gemeinde und Verein muss noch unterschrieben, und mit der ADD die Spenden und Eigenleistungen im Detail abgesprochen werden.

Wer Interesse hat, sich im Kletterverein zu engagieren, zu fördern oder beizutreten kann sich unter klettern-in-salmtal@web.de melden.