Gemeindestraßen im Visier

Derzeit ermittelt die Gemeinde Morbach die Schäden an ihren Straßen. Danach wird eine Prioritätenliste erstellt, nach der die Schäden beseitigt werden. In einem ersten Schritt werden Einzelrisse in den Straßen geflickt, damit teurere Folgeschäden vermieden werden können.

Morbach. In welchem Zustand sind die Morbacher Gemeindestraßen? Dieser Problematik haben sich Mitarbeiter des Rathauses in den vergangenen Monaten verstärkt gewidmet. Sie sind mit den Ortsvorstehern der jeweiligen Dörfer jede Gemeindestraße abgegangen. Alleine im Ortsteil Morbach seien es 19 Kilometer Straße gewesen, sagt der Morbacher Bürgermeister Andreas Hackethal. Hinzu kommen die Bürgersteige entlang der innerörtlich verlaufenden Bundes-, Landes- und Kreisstraßen.
Für die Verkehrssicherheit der Bürgersteige muss die Gemeinde ebenfalls Sorge tragen. Insgesamt sind so in den vergangenen Monaten 90 Kilometer Straßen und Bürgersteige inspiziert worden. "Ich kenne keine andere Kommune in Rheinland-Pfalz, bei der mit einer solchen Akribie die Straßen untersucht worden sind", sagt Hackethal. Dabei sind alle Straßen und Fußwege erfasst und auf einer vierstufigen Skala bewertet worden. Die Straßen sind auf die Kriterien Allgemeine Unebenheiten, Einzel- und Netzrisse, Oberflächenschäden, Flickstellen, Spurrillen und Zustand der Rinne und des Bordsteins untersucht worden. Der Umfang der Schadens-Skala reicht von "Sehr gut" bis "Es besteht dringend Handlungsbedarf."
Ziel: Erhalt der Infrastruktur


Danach wird eine Prioritätenliste erstellt, nach der die Schäden an den Straßen abgearbeitet werden, sagt Hackethal. Dies stehe nicht in Zusammenhang mit den Straßen, die in der Prioritätenliste für den Haushalt erwähnt sind. Dort seien die Straßen aufgeführt, die man ausbauen wolle, sagt er.
Der Grund für die Erfassung und Einstufung der Straßen ist der Erhalt der Morbacher Infrastruktur, sagt Hackethal. Straßen gehören für ihn genauso dazu wie Schulen oder Kindergärten. 2013 sind im Morbacher Haushalt 14 0000 Euro für Reparaturen an Gemeindestraßen vorgesehen. 2011 bei seinem Amtsantritt seien es noch 60 000 Euro gewesen, sagt der Bürgermeister.
Ein Problem seien die Mikrorisse in den Straßen, durch die Wasser eindringe und einfriere. Dort würden sich die Schäden vergrößern, wenn man diese Risse nicht repariere, sagt er. "Wo heute ein Riss ist, haben wir in vier Jahren einen Spalt", sagt der Bürgermeister. Deshalb gelte es, frühzeitig zu investieren, um langfristig Geld zu sparen, sagt er. Insgesamt sind bei den Ortsbegehungen Risse mit einer Gesamtlänge von 10 500 Metern entdeckt worden. Alle Einzelrisse sollen in der gesamten Einheitsgemeinde so schnell wie möglich komplett geflickt werden.
Bei der jüngsten Sitzung des Bau- und Liegenschaftsausschusses erläuterte Bauamtsleiter Alfons Gorges das Reparaturverfahren. Loses Material wird entfernt. Die Risse werden auf eine Temperatur von 380 Grad erhitzt, damit die Flickmasse sich mit dem Bitumen der Straße verbinden kann. Zudem werden die Risse mit diesem Verfahren nicht nur oberflächlich, sondern komplett ausgefüllt, sagte er. Hackethal schätzt, dass die Reparatur der Risse zwischen 15 000 und 20 000 Euro kosten wird. cst

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