Gemeinsam gegen Einsamkeit

Alter, Geschlecht, Religion oder Herkunft? All das spielt für den Runden Tisch Senioreneinrichtungen aus Wittlich keine Rolle. In der Initiative sind mehrere Einrichtungen und Kirchengemeinden zusammengeschlossen, die einen ehrenamtlichen Besuchs- und Begleitdienst für Senioren etablieren wollen. Dafür suchen sie Mitstreiter.

Wittlich. Egal ob beim Stricken, Musizieren, Einkaufen oder Skat spielen: Die Tätigkeiten, mit denen Ehrenamtliche Pflegekräfte in ihrer Arbeit mit Senioren unterstützen können, sind vielfältig. In Wittlich hat sich jetzt ein Arbeitskreis gegründet, der diese Ehrenamtlichen mit Senioreneinrichtungen und -diensten zusammenbringen will (siehe Extra). Rainer Martini vom Caritasverband: "Wir wollen mit diesem Projekt versuchen, das soziale Ehrenamt gemeinsam voranzubringen."
Wer sich in der Seniorenbetreuung oder -begleitung engagieren will, ist dabei frei in der Art der Tätigkeit, dem Umfang und dem Ort. "Wir betreuen zum Beispiel eine ältere Frau, die nicht mehr alleine einkaufen gehen kann", sagt Marina Maiworm vom ambulanten Pflegedienst des DRK-Kreisverbands Bernkastel-Wittlich. "Sie würde sich freuen, wenn jemand mit ihr einkaufen gehen könnte." Einbringen können sich die Helfer auch mit ihren eigenen Hobbys wie Musizieren. Oder sie können Senioren das Surfen im Internet beibringen, um nur einige Möglichkeiten zu nennen.
Sabine Schulte, die im Seniorenheim Mozart in Wittlich den Bereich Soziale Dienste leitet, ergänzt: "Wir würden uns freuen, wenn sich ein paar Männer mehr bereit erklären, zu helfen." Denn häufig seien es Frauen, die sich in der Seniorenarbeit engagieren, die männlichen Bewohner der Einrichtungen würden häufig Beschäftigung mit anderen Männern suchen.Erst Flyer, dann Veranstaltung


Generell spielt das Geschlecht jedoch keine Rolle für den Arbeitskreis. Und: "Es gibt keine Altersgrenze", sagt Rainer Martini. "Es sind alle Menschen, egal, welcher Religion, welchen Alters oder welchen Geschlechts gefragt."
Gegründet wurde das Projekt auf Initiative von Pastor Bruno Comes von der Pfarreiengemeinschaft Wittlich. Comes: "Unsere Initiative will Menschen zusammenführen, die Talente haben, die bisher im Verborgenen schlummerten. Alle Seiten sollen etwas davon haben."
In ihrem Engagement werden die Ehrenamtlichen von den Trägern der Einrichtungen unterstützt, in die Pflege werden sie nicht eingebunden. "Die Ehrenamtlichen werden bei uns voll integriert und gehören fest zur Mannschaft", sagt Marina Maiworm.
In den kommenden Wochen wird der Arbeitskreis an verschiedenen Orten Flyer verteilen, um auf sich, seine Ziele und Möglichkeiten aufmerksam zu machen. Zudem soll es im September eine Infoveranstaltung geben.
"Wir hoffen, dann auch Menschen auf dem Podium zu haben, die bereits ehrenamtlich tätig sind und davon erzählen, wie viel Freude diese Arbeit machen kann", sagt Martini. "Ziel ist es, gemeinsam an einem Strang zu ziehen", sagt er. "Jede Seite soll dabei profitieren", pflichtet ihm Sabine Schulte bei. Egal, ob beim Stricken, Musizieren, Einkaufen oder Skat spielen.
Am Donnerstag, 8. September, 18 Uhr, will der Arbeitskreis bei einer öffentlichen Veranstaltung im Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde Wittlich, Trierer Landstraße 11, über das Angebot informieren.Meinung

Der erste Schritt
Mit der Gründung des Arbeitskreises ist der erste Schritt getan. Jetzt gilt es für die Verantwortlichen, das Projekt mit Leben zu füllen: Mitstreiter zu finden, zu begeistern und vor allen Dingen zu behalten. Gelingt das alles, profitieren wirklich alle Seiten. Und dann ist auch der erste Schritt für Menschen außerhalb von Wittlich getan, sich in ähnlichen Projekten und Initiativen zusammenzufinden. Denn der Bedarf besteht überall. p.willems@volksfreund.deExtra

Wer sich als Ehrenamtlicher engagieren möchte oder weitere Informationen braucht, kann sich an folgende Ansprechpartner wenden: Pfarrbüro der Pfarreiengemeinschaft Wittlich, Pastor Bruno Comes, Telefon 06571/6368; Büro der Evangelischen Kirchengemeinde Wittlich, Telefon 06571/7449; Fachdienst "Caritas der Gemeinde" des Caritasverbands Eifel-Mosel-Hunsrück, Telefon 06571/91550; Altenzentrum St. Wendelinus, Manfred Kappes, Telefon 06571/9280, E-Mail m.kappes@scrab.de ; DRK-Kreisverband, Tagespflege Fürstenhof, Marina Maiworm, Telefon 06571/697714, E-Mail m.maiworm@kv-bks-wil.drk.de ; Seniorenheim Haus Mozart, Sabine Schulte, Telefon 06571/ 9200, E-Mail haus.mozart@t-online.de ; Seniorenresidenz St. Paul, Kerstin Groten, Telefon 06571/148090; E-Mail an die Adresse k.groten@sr-stpaul.de willExtra

Der Arbeitskreis "Runder Tisch Senioreneinrichtungen" ist auf Initiative der Pfarreiengemeinschaft Wittlich entstanden. Ihm gehören neben der Pfarreiengemeinschaft, dem Caritasverband Mosel-Eifel-Hunsrück und der evangelischen Kirchengemeinde Wittlich Vertreter folgender Senioreneinrichtungen und -dienste in Wittlich an: Altenzentrum St. Wendelinus, Tages- und ambulante Pflege des DRK-Kreisverbands Bernkastel-Wittlich, Seniorenheim Mozart und Seniorenresidenz St. Paul. will