Genug Wasser und ausreichend Sauerstoff in der Mosel

Umwelt : Genug Wasser und noch ausreichend Sauerstoff in der Mosel

Die anhaltend hohen Temperaturen bedeuten für Lebewesen, die im Wasser leben Stress. Doch trotz der trockenen Witterung fließt die Mosel noch im grünen Bereich. Sorgen bereitet lediglich eine alte Bekannte.

Das trockene und heiße Wetter macht der Vegetation zu schaffen. Landwirte stöhnen über geringere Ernten, Winzer über Sonnenbrand an den Trauben. Doch wie wirken sich die derzeitigen Wetterverhältnisse auf die Mosel aus? Das Wichtigste: Der Schiffsverkehr ist nicht beeinträchtigt, sagt Christoph Murtzen vom Wasser- und Schifffahrtsamt in Trier. „Die Mosel ist ein staugeregelter Fluss im Gegensatz zum Rhein, wo 2018 die Schiffe aufgrund Niedrigwassers nur noch mit einem Bruchteil ihrer sonst üblichen Ladung fahren konnten“, sagt Murtzen.

Durch die Staustufen, die den Wasserfluss abfedern, werde der Wasserstand gleich gehalten und ändere sich lediglich um einige Zentimeter. Zudem fließe immer Wasser zu – von der Saar, der Sauer und aus Frankreich. Zwar bewege sich die Mosel auf ein Minimum zu. Doch derzeit bestehe keine prekäre Situation, sagt er. Der Pegelstand lag Mitte Juli bei 2,25 Meter. Das absolute Minimum liegt bei 2,20 Meter. Doch die Niederschläge Ende Juli hätten der Mosel etwas Nachschub gebracht, so dass der Pegel derzeit bei 2,30 Meter liege. „Damit kommen wir wunderbar zurecht“, sagt Murtzen.

Anders sieht es aus mit der Stromerzeugung an den Staustufen. Denn um die Wasserstände stabil zu halten, fließt weniger Wasser durch die dort integrierten Kraftwerke. Derzeit beträgt der Abfluss zwischen 50 und 70 Kubikmeter pro Sekunde. Das langjährige Mittel liege hingegen bei 280 Kubikmeter pro Sekunde, erläutert Murtzen.

Nicht nur die Menge, auch die Qualität des Moselwassers gibt derzeit wenig Grund zur Beunruhigung. Zwar hat die trocken-heiße Witterung der vergangenen Woche dazu geführt, dass die Temperatur der Mosel bis auf einen Tagesmittelwert von 26,3 Grad angestiegen ist, sagt Gerd Plachetka vom Landesamt für Umwelt in Mainz. Doch ist dieser aufgrund der Regenfälle am letzten Sonntag im Juli wieder auf 25 Grad gesunken. Damit seien die Wassertemperaturen vergleichbar mit den aus dem Jahr 2018, als der Wert Ende Juli bei 26,6 Grad gelegen hatte. Die Fische sowie wirbellose Tiere wie Muscheln und Kleinkrebse, die in der Mosel leben, befänden sich zwar durch anhaltend hohe Temperaturen in einer Stresssituation, da sie auch mehr Sauerstoff benötigten. Der Sauerstoffgehalt sei aber bei Werten von sechs bis acht Milligramm pro Liter in einem unkritischen Bereich. Es bestehe keine akute Gefahr für ein Fischsterben, erläutert Plachetka.

Lange anhaltende hohe Temperaturen könnten zwar den Ausbruch von Fischkrankheiten begünstigen. „Diesbezüglich ist aber noch nichts auffällig“, sagt Plachetka. Anders sieht es aus mit der Blaualge, von der am 24. Juli ein Blütenaufkommen aus dem französischen Teil der Mosel gemeldet worden sei. Die Blaualge ist ein Lebewesen, das Gifte produziert, die bei Menschen gesundheitsgefährdend sein können. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass in Kürze auch die rheinland-pfälzische Mosel davon betroffen sein wird“, sagt er. Die Blaualgenblüte tritt damit im dritten Jahr in Folge auf und scheint sich damit zu verstetigen.

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