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Geo-Amt Traben-Trarbach zieht später um

Geo-Amt Traben-Trarbach zieht später um

Der Umzug des Traben-Trarbacher Amtes für Geoinformationswesen der Bundeswehr verzögert sich um rund ein Jahr. Die meisten der 200 Beschäftigten sollen erst 2012 ihren Dienst in Euskirchen antreten.

Über vier Jahre ist es her, dass der damalige Bundesverteidigungsminister Franz-Josef Jung die Verlegung des Traben-Trarbacher Amtes für Geoinformationswesen der Bundeswehr nach Euskirchen bekanntgab.

Hiobsbotschaft führt zu Protesten

Die Hiobsbotschaft führte in Traben-Trarbach zu heftigen Protesten. Damals arbeiteten 250 Menschen in den Gebäuden auf dem Mont Royal. Inzwischen sind es nur noch 200, wobei es in den vergangenen eineinhalb Jahren keine Veränderungen mehr im Personalbestand gegeben hat. Stets lautete die offizielle Aussage der Bundeswehr: Alle Beschäftigten werden bis Ende 2011 nach Euskirchen umziehen.

Anfang dieses Jahres hatte der Chef des Amtes, Brigadegeneral Walter Schmidt-Bleker, bei einem Besuch im Traben-Trarbacher Amt diese Aussage allerdings etwas abgeschwächt. "Das Gros der Mitarbeiter", so seine Aussage, werde 2011 gehen müssen. Aus dem Gros ist inzwischen eine Minderheit geworden.

Der TV hat in Euskirchen nachgefragt und erhielt von Pressesprecherin Iris Audenrieth die Antwort: Eine "kleine Gruppe" werde bis Ende 2011 nach Euskirchen versetzt. Etwa Mitte 2012 würden rund 100 Leute - hauptsächlich die Meteorologen und Ökologen - folgen. Die restlichen Mitarbieter könnten noch bis Ende 2012 in Traben-Trarbach bleiben.

Nachricht aus Euskirchen überrascht nicht

Thomas Korthals, Personalratsvorsitzender des Traben-Trarbacher Amtes, hat bislang keine andere Aussage der Bundeswehr als die von General Schmidt-Bleker. Dennoch ist er über die Nachricht aus Euskirchen nicht überrascht, da die Arbeiten für den 3,5 Millionen Euro teuren Neubau erst Mitte April begonnen haben.

Korthals erinnert an eine Aussage Schmidt-Blekers: Bauen bei der Bundeswehr sei eines der wohl letzten großen Abenteuer in unserem Land.
Insgesamt kosten alle Baumaßnahmen am Standort Euskirchen 22,5 Millionen Euro. Sehr teuer sind energetische Maßnahmen an bestehenden Kasernengebäuden sowie die zu installierende Technik, etwa für Großrechner oder die neue Wettersatelliten-Empfangsanlage.
Extra

Das Amt für Geoinformationswesen mit Standorten in Traben-Trarbach und Euskirchen ist ein Spezialdienst der Bundeswehr. Beschäftigt sind dort unter anderem Meteorologen, Geologen, Biologen und Geophysiker. Sie beraten die Streitkräfte in Form von Studien und Gutachten und erstellen ferner Wettervorhersagen. Diese sind wichtig für die Flugsicherheit, die Befahrbarkeit von Startbahnen, Straßen und Gelände sowie für die umweltverträgliche Nutzung von Übungsplätzen. sim