Gequält oder gar vergiftet?

MERSCHEID. Ein verendendes Pferd auf einer Weide bei Merscheid beschäftigte am Wochenende Passanten, Polizei und Behörden. Noch ist völlig unklar, ob das Tier wegen Krankheit, schlechter Haltung oder gar wegen einer Vergiftung mit dem Tode rang. Ein herbeigerufener Veterinär machte den Qualen des Tieres ein Ende.

"Warum liegt das Pferd so komisch auf der Weide", fragte sich eine Spaziergängerin als sie am Samstagabend auf Merscheider Gemarkung an einer Weide vorbeikam. Möglicherweise fohlt das Tier gerade, hat sich die Pferdefreundin zunächst gedacht. Als sie tags drauf wieder vorbeikam, lag es noch immer da - reglos. Daneben ein weiterer Hengst und eine Stute. Auch die beiden waren abgemagert, wie die Polizei später feststellte, und machten einen "erbärmlichen Eindruck". Mehrere Menschen, womöglich die Besitzer, hätten dabei gestanden und später versucht, das Tier mit einem Gurt auf eine Pritsche zu legen. Das sei misslungen. Bei einem weiteren Besuch schaute sie sich mit einer Bekannten das Tier aus der Nähe an. "Wir haben zunächst gedacht, es sei tot. Doch dann zuckten plötzlich die Beine." Die beiden verständigten die Polizei. Die Beamten fanden die drei Tiere, das eine von ihnen am Verenden, auf der Weide vor. Die Besitzer gaben an, dass ein Tierarzt bereits vor Ort gewesen sei. Sie erklärten, so die Polizei, dass das Tier möglicherweise unter Wurmbefall litt oder ihm ein chemisches Gift verabreicht wurde. Das Tier wurde noch am gleichen Abend von einem Tierarzt eingeschläfert. "Wir ermitteln wegen Tierquälerei", erklärte Hermann-Josef Decker, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Morbach. Decker wollte sich allerdings gestern "in keine Richtung festlegen".Kadaver wird in Rivenich seziert

Der Fall wurde an die Kripo übergeben. Auch das Veterinäramt in Wittlich wurde eingeschaltet. "An den äußeren Bedingungen kann es nicht liegen", erklärte Dr. Heribert Feck dem TV . Auf der Weide sei genug Futter vorhanden, ist der Amtstierarzt in der Wittlicher Kreisverwaltung überzeugt. Eine Vergiftung sei nicht auszuschließen, aber sehr schwer nachzuweisen. Das Suchen nach Gift sei wie das "Stochern in einem Heuhaufen". Der Kadaver des eingeschläferten Pferdes wird in die Tierkörperbeseitigungsanstalt in Rivenich gebracht und dort seziert. Bei dem auf der Weide verbliebenen Hengst, der sich ebenfalls in einem schlechtem Zustand befindet, könnte eine Verwurmung vorliegen, so der Tierarzt weiter. Das werde noch geprüft.

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