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Justiz : Gericht verwirft Revision zum Hot-Rod-Unfall

Justiz : Gericht verwirft Revision zum Hot-Rod-Unfall

(red/will) Es war der vielleicht aufsehenerregendste Unfall an der Mosel in den vergangenen Jahren: Vor rund drei Jahren, im März 2017, hatte der  Fahrer eines sogenannten Hot Rods auf der B 53 zwischen Bernkastel-Kues und Andel die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren, touchierte ein ihm entgegenkommendes Auto, das daraufhin quer zur Fahrbahn stehen blieb.

Zwei Motorradfahrer erkannten die Situation zu spät und fuhren in den querstehenden Wagen. Die beiden Motorradfahrer, Vater und Sohn, starben, eine Sozia überlebte schwer verletzt.

Kürzlich wurde der Fall vom vierten Strafsenat des Oberlandesgerichts Koblenz behandelt, der die Revision der Staatsanwaltschaft gegen das Urteil des Landgerichts Trier als unbegründet verworfen hat. Sollte es keine weiteren Einwände geben, bleibt das Urteil des Landgerichts Trier vom August 2019 bestehen.

Damals urteilte die siebte Strafkammer mit dem folgenden Tenor: „Auf die Berufung des Angeklagten wird das Urteil des Amtsgerichts Bernkastel-Kues wie folgt neu gefasst: Der Angeklagte wird wegen fahrlässiger Tötung in zwei Fällen in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung in zwei Fällen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt. Die Vollstreckung der Freiheitsstrafe wird zur Bewährung ausgesetzt“, so das Urteil.

So blieb dem Fahrer des Hot Rods, der sich nach eigener Aussage an den Unfall nicht mehr erinnern kann, der Gang ins Gefängnis erspart, denn im Mai 2018 hatte das Amtsgericht Bernkastel-Kues den Mann zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Das Gericht sah es damals als erwiesen an, dass der Mann aus Bernkastel-Kues mit seinem Sportwagen den schweren Unfall verursacht hatte. Die Staatsanwältin und die Nebenklage hatten auf eine Strafe von einem Jahr und zehn Monaten ohne Bewährung plädiert. Die beiden Verteidiger plädierten für eine Bewährungsstrafe. Bewährungsstrafen können nur bis zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von höchstens zwei Jahren ausgesprochen werden. Hätte das Urteil des Amtsgerichts Bernkastel-Kues Rechtskraft erlangt, hätte der Hot-Rod-Fahrer ins Gefängnis gehen müssen.