Geringe Ausbeute

MORBACH. (urs) Recht ruhig ging es bei der Alkohol- und Drogen-Kontrolle im Umfeld des Scooter-Konzertes zu. Für die Polizei trotz oder gerade wegen geringer Beanstandungen Grund zur Zufriedenheit. Auch die Besucher begrüßten die Aktion.

Ein regelrechtes Großaufgebot von Polizeibeamten erwartete am Samstagabend die Besucher des "Scooter"-Konzertes in der Morbacher Baldenauhalle (siehe Seite 19/Kultur). Doch wer denkt, dass bei der Alkohol- und Drogenkontrolle die obligatorische Frage "wo kommen sie her und wo geht's hin" in Verbindung mit dem gezielten Anleuchten der Pupillen den Musikfreunden über Gebühr lästig war, der irrt. Selbst in sicherer Entfernung vor den Gesetzeshütern gab es keine gereizten Kommentare. Vereinzelt wurde lediglich die Notwendigkeit einer Mannschaftsstärke von 16 Beamten aus Morbach, Trier, Hermeskeil, Birkenfeld und Baumholder - unterstützt von einem Arzt - in Frage gestellt. Für die überwiegende Mehrheit war dies aber kein Problem. "Das ist schon o.k.", zeigte Michaela Bösen aus Malborn Verständnis. "Es gibt genug Idioten, die herkommen und andere werden verletzt", bekräftige die Saarländerin Tanja. Am schlimmsten wirkten sich Drogen und Alkohol in der Halle aus, wenn einige ausrasteten. "Zigaretten und ein bisschen Bier sind eigentlich Drogen genug", waren sich Dana Starke, Carmen Srebalus und Marion Etteldorf einig. Kritik an solchen Kontrollen kommt daher nach Ansicht der jungen Frauen aus Bernkastel-Kues und Wittlich "sicher von denen, die was nehmen". Gut, wenn auch vielleicht "ein bisschen groß aufgefahren", urteilten fünf junge Leute von Mosel und Rhein die Kontrolle. Um sicher nach Hause zu kommen, hatten sie sich vor der Abfahrt auf einen Fahrer geeinigt, wie Volker Rausch erzählte. Ebenso stand für Nina Schiffer und ihren Freund Sven Wendling der Sinn der Kontrolle außer Frage. "Ich find's nicht schlecht", meinte die Beifahrerin, obwohl es für sie auch "ein bisschen nervig" sei, weil sie damit nichts zu tun hätten. Aber da sie beide aus dem Raum Bell stammten, wüssten sie um die Gefahren, von denen vermehrt Jüngere betroffen seien. Entsprechend der positiven Resonanz war die "Ausbeute" der Aktion mit der Überprüfung von 207 Fahrzeugen mit 301 Insassen gering. Bis auf je zwei Gramm Marihuana und Haschisch blieb die Suche nach Drogen erfolglos. Dennoch spricht Polizeihauptkommissar Bernd Gnad von einem Erfolg, da den Beamten an der Langzeitwirkung gelegen ist. "Mittlerweile hat sich der Standort Morbach als heißes Pflaster herum gesprochen", bilanziert er mit Blick auf immerhin 97 Drogen-Beanstandungen in den voran gegangenen zwölf Monaten. Beim Scooter-Konzert hätte vermutlich der relativ hohe Eintritt dafür gesorgt, dass es während der sechsstündigen Kontrolle relativ ruhig zuging. Insgesamt wurden vier Blutproben, davon je zwei wegen Drogen und Trunkenheit, entnommen. Alkohol war auch bei einem einbehaltenen Führerschein im Spiel. Im Zusammenhang mit dem Erwerb und Besitz von Drogen wurden vier Strafanzeigen und zwei Ordnungswidrigkeitsverfahren erstattet. Außerdem gingen vier Mitteilungen an die Führerscheinstelle, die bei der Aktion mit zwei Personen vor Ort war. Unabhängig davon wurden fünf Formalverstöße gegen die Straßenverkehrsordnung geahndet sowie drei Fahrzeug-Mängelberichte ausgestellt.

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