Geringerer Ertrag, aber sehr gute Qualität
Mitarbeiter des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum (DLR) haben zum Beginn der Apfelernte auf den Piesporter Schäferhof eingeladen. Obstanbauer aus Trier und Luxemburg haben sich dort überzeugen können, wie sinnvoll es ist, in Netze zu investieren, die das Obst vor Hagel schützen.
Piesport. (urs) Die Obstanbauer der Region haben mit der Apfelernte begonnen. Zumindest bei einigen Sorten. Denn manches knackige Stück ist erst ab November genießbar. Am Piesporter Schäferhof wird aber bereits jetzt eifrig gepflückt. Franz-Josef Scheuer vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Rheinpfalz hatte daher dorthin eingeladen zu einem Vorernterundgang.
Wenn man mitbekomme, "wie sich die Region seit längerer Zeit nach Früchten aus der Heimat sehnt, ist das eine gute Gelegenheit", begründet der Experte vom Kompetenzzentrum Gartenbau. Schließlich gebe es in den Obstplantagen genau das, was der Käufer suche: Obst - "baumfrisch gepflückt" - wie es der Handel nicht bieten könne.
Gefolgt sind seiner Einladung Obstanbauer aus der gesamten Großregion, sprich auch aus Trier oder Luxemburg. Zusammen mit Schäferhof-Inhaber Alfred Hilmes inspizieren sie den Betrieb. Auf besonderes Interesse treffen die Netze, mit denen ganze Felder von Bäumen vor Hagel geschützt werden. Die Ausstattung des Betriebes mit solchen Netzen habe vor vier Jahren rund 13 000 Euro gekostet, erklärt Hans-Josef Weber vom DLR-Kompetenzzentrum Ahrweiler. Die Investition hat sich laut Hilmes allerdings rentiert. Und das nicht nur wegen der im Gegenzug eingesparten Hagelversicherungsprämie, die den Betrieb pro Jahr und Hektar mit 1500 bis 1800 Euro belaste. Die großflächige Überdachung mit Haarnetzen habe sich vor allem deshalb bezahlt gemacht, weil es in der Region nun bereits in vier aufeinanderfolgenden Jahren Hagel gegeben habe.
Die Schäden an einigen ungeschützten Bäumen seien enorm: "Die geschützte Kultur ist makellos - die ungeschützte ist Totalschaden", zeigt Hilmes den Besuchern auch die infolge des Hagels faulen Äpfel.
Abgesehen von Hagel und Trockenheit hätten es Obstbauern aber noch mit einem zweiten Problem zu tun, den fehlenden Wintern. Die milden Temperaturen führten dazu, dass die Würmer nicht mehr tief genug in den Boden gingen. Folglich gebe es tief im Boden auch keine Löcher mehr, so dass der Regen vielfach oberirdisch ablaufe.
Die dennoch reiche Ernte spricht daher laut Scheuer für sich. "Das ist Handarbeit - die Arbeit von vielen Stunden", führt er den vor allem im Juli und August erforderlichen Aufwand vor Augen. Ohne gezielte Pflege würde ein Apfelbaum mit seinen im Frühjahr 1000 bis 1200 Blüten nämlich lediglich "kleine Klicker" tragen. Wegen des erneuten Hagels falle die Ernte von Tafelobst 2008 aber wieder etwas geringer aus als 2007. Doch dafür sei die Qualität sehr gut.