Geschichte im Schein der Taschenlampe

Geschichte im Schein der Taschenlampe

Per Taschenlampe den einstigen Luftschutzbunker aus dem Kalten Krieg erkunden und von fluoreszierenden Tafeln mehr über diesen Zeitabschnitt erfahren: Dies soll noch in der ersten Jahreshälfte in der Morbacher Energielandschaft möglich werden.

Morbach. Schutz sollten die beiden Luftschutzbunker auf dem Gelände der Morbacher Energielandschaft den Menschen in den 1980er Jahren bieten. Damals herrschte der Kalte Krieg und die Menschen hätten bei den befürchteten Angriffen aus dem Ostblock in die 16 mal 30 Meter großen Gebäude flüchten können.
Genutzt wurden sie nie. Nun, wo die Zeiten des Kalten Krieges längst vorbei sind, soll sich das ändern. Die Bunker werden laut Bürgermeister Andreas Hackethal noch in der ersten Hälfte dieses Jahres zur Ausstellungsfläche. Informiert wird dort über die Themen Kalter Krieg und Klimawandel. Das Thema Krieg soll ein Stück weit erfahrbar gemacht werden: Der Bunker wird schwarz gestrichen. Es gibt kein Licht. Der Besucher wird lediglich mit einer Taschenlampe ausgestattet. Er trifft auf fluoreszierende Tafeln, die über die Zeit des schwelenden Konflikts zwischen West und Ost aufklären. Im anderen Bunker zum Klimawandel werden die Menschen weg von den fossilen Brennstoffen hin zu den regenerativen Energien geschleust.
Michael Grehl von der Morbacher Verwaltung sagt: "Zu beiden Problemen bietet die Energielandschaft Lösungen. Durch regenerative Energie können Konflikte um endliche Rohstoffe vermieden werden und durch sie wird aus Klimawandel entgegengesteuert."
Die Campus Company - das ist die Managementgesellschaft des Umweltcampus Birkenfeld - plant für die Gemeinde die neue Attraktion in der Energielandschaft. Für die Bunker arbeitet sie zusammen mit dem Morbacher Designer Stephan Zanders. Die Kosten betragen zusammen mit der Ausstattung des benachbarten Infozentrums im einstigen Empfangsbereich der Amerikaner auf 168 000 Euro.
Den Morbacher Haushalt werden diese Ausgaben jedoch nicht belasten, denn die Hälfte des Geldes sind Fördermittel des Landes für die Konversion. Die andere Hälfte hat die Gemeinde zweckgebunden von der Firma Juwi erhalten, die in der Energielandschaft 14 Windräder, eine Biogas- und eine Holzpelletieranlage betreibt.
Das Geld sollte ursprünglich verwendet werden für eine Aussichtsgondel an einem Windrad.
Grehl: "Das wäre natürlich ein tolles Projekt gewesen, um Besucher anzulocken. Leider kann eine solche Gondel nur betreten werden, wenn das Windrad ausgeschaltet ist und das wiederum rechnet sich nicht." Stattdessen sollen nun die Bunker die Menschen in die Energielandschaft locken.
Ursprüglich sollten sie das bereits im vergangenen Frühjahr, doch mussten die feuchten Räume erst getrocknet und eine Belüftung sowie eine Heizung eingebaut werden.

Mehr von Volksfreund