Geschichte
Zur Debatte um die Verlegung von Stolpersteinen in Wittlich und zum Leserbrief "Falsche Prioritäten" (TV vom 30. Januar) schreibt diese Leserin:
Cui bono, wem nützt es? Diese Frage stellt sich, wenn man an die Verlegung der Stolpersteine denkt. Ich kann dem Autor des Leserbriefs nur voll zustimmen, wenn er die ganze Angelegenheit als unnütze Geldmacherei bezeichnet, wobei sich die Initiatoren profilieren möchten. Als ich vor einigen Wochen mein Enkelkind in Mainz-Finthen in die Kita brachte, musste ich mich nach dem runtergefallenen Schnuller bücken und bemerkte dabei, dass ich auf einem Stolperstein stand. Motiviert durch die Diskussion hier bei uns schaute ich mir das Objekt genauer an, wobei ich große Schwierigkeiten hatte, Namen und Daten zu entziffern, weil sie ziemlich klein und total verdreckt waren. Ich hielt Passanten an und fragte sie, was das sei oder bedeute und erntete nur Kopfschütteln. Auch meine Tochter und mein Schwiegersohn, die die Straße seit Jahren fast täglich gehen, hatten die Existenz dieser Steine noch nicht wahrgenommen. Das heißt: Was zum ehrfurchtsvollem Erinnern anregen sollte, wird gedankenlos mit Füßen getreten und verschmutzt. Das ist die Realität. Also wieder die Frage: Cui bono, wem nützt es? Renate Petry, Wittlich