Gesetzesbrecher haben es schwer

Die Kriminalpolizei Idar-Oberstein verzeichnet wieder mehr Straftaten in ihrem Zuständigkeitsbereich, der auch den der Polizeiinspektion Morbach mit einschließt. Der hohen Aufklärungsquote nach zu schließen, haben es die Täter allerdings nicht leicht.

Morbach/Idar-Oberstein. Beachtliche Erfolge kann die Kriminalpolizei Idar-Oberstein für das Jahr 2008 aufweisen. So etwa bei der Bekämpfung der Drogenkriminalität. Ermittelt haben die Beamten in 515 Fällen - davon 160 im Raum Morbach. Die Aufklärungsquote lag bei 80 Prozent - im Raum Morbach sogar bei 96,3 Prozent.

Weniger erfreulich ist jedoch, dass nach dem beständigen Rückgang von Straftaten insgesamt nun wieder ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen ist. Und das nicht nur innerhalb des gesamten Zuständigkeitsbereichs der Kripo, sondern auch im Bereich der Polizeiinspektion (PI) Morbach, die selbst nur für leichte und mittelschwere Fälle ausrückt. Bereits 2007 war für Morbach ein Anstieg zu verzeichnen (siehe Extra), der sich nun fortgesetzt hat. Allerdings liegen die 881 Straftaten im Fünf-Jahresvergleich immer noch unter dem Spitzenwert von 910 aus dem Jahr 2004. Ähnliches gilt für die Gesamtzahlen der Kripo. 2004 waren es 2627 Straftaten, und 2008 waren es 2457. Außerdem steht dieser negativen Entwicklung eine überdurchschnittlich hohe Aufklärungsquote gegenüber. Diese liegt für den Raum Morbach bei 71,1 Prozent - und damit über dem Landesdurchschnittvon 62,3 Prozent. Im gesamten Zuständigkeitsbereich der Kripo wurden 62,6 Prozent der Fälle aufgeklärt.

Interessantes weist auch die Analyse der Straftaten aus: Die Kripo im Bereich der PI Morbach verzeichnet eine auffallend hohe Zunahme (39,3 Prozent) der schweren Diebstähle. Haben die Idar-Obersteiner 2007 noch in 84 Fällen ermittelt, so waren es 2008 gar 117 Fälle. Die meisten davon waren im vierten Jahresquartal zu verzeichnen. Seit Ermittlung der Täter, die in der Region ansässig waren, ist die Serie jedoch abgerissen.

Im gesamten Zuständigkeitsbereich der Kripo gibt es - einschließlich der Morbacher Fälle - einen Anstieg von 21 Prozent. Allerdings auf einem höheren Niveau von 523 Einbrüchen im Jahr 2007 und 633 im Jahr 2008. Für die Einbruchsflut in der ersten Jahreshälfte waren mehrere Tätergruppen verantwortlich, die aber zwischenzeitlich ermittelt sind. Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist mit 86 (Vorjahr: 92) leicht rückläufig. Allerdings werden die Diebe dreister, wie das Plus von zwölf Prozent bei den Tagesseinbrüchen zeigt.

Nahezu unverändert ist die Zahl der im Raum Morbach registrierten Sexualdelikte. Von den 17 Fällen (2007: 19) konnten alle aufgeklärt werden. Ähnlich sieht die Gesamt-Statistik der Kripo aus. Zwar gibt es eine Zunahme von 27 Prozent (landesweit basierend auf der Internet-Verbreitung von Pornografie), wovon aber 87,1 Prozent aufgeklärt wurden. Daneben gibt es mehr Vermögensdelikte - in 80 von 109 Fällen (2007: 54 von 90) Betrügereien - sowie Internetkriminalität (23 Fälle statt 18 im Jahr 2007). Die Aufklärungsquote liegt aber mit um die 90 Prozent jeweils sehr hoch.Extra Die Zahlen im Fünf-Jahres-Vergleich: Straftaten Bereich Morbach: 2004: 910, 2005: 779, 2006: 719, 2007: 800, 2008: 881 (plus 10,1 Prozent). Straftaten Kripo Idar-Oberstein gesamt: 2004: 2627, 2005: 2523, 2006: 2511, 2007: 2249 (zu 2006 minus 10,4 Prozent), 2008: 2457 (plus 9,2 Prozent). (urs)