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Gestaltung des Moselvorgeländes in Bernkastel-Kues teurer als kalkuliert.

Kommunalpolitik : Der Moselparkplatz in Bernkastel wird teurer als geplant

Die lange geplante Gestaltung des Moselvorgeländes im Stadtteil Bernkastel wäre viel teurer als kalkuliert. Deshalb sollen vor allem anderen die Zufahrt aus Richtung Tunnel und der Verkehr am Brückenkopf anders geregelt werden.

Eine Abstimmung gibt es an diesem Abend im Stadtrat Bernkastel-Kues nicht. Aber es sieht so aus, als sei die seit Jahren geplante Umgestaltung des großen Moselparkplatzes im Stadtteil Bernkastel erst einmal vom Tisch – zumindest was den städtebaulichen Aspekt anbelangt. Stattdessen soll erst einmal intensiv über die schnelle Anbindung des Geländes aus Richtung des Burgbergtunnels nachgedacht werden. Zum zweiten wird wieder der Brückenkopf auf dieser Moselseite verstärkt ins Auge genommen. Ist vielleicht dort doch Platz für einen Kreisel oder macht eine Ampel Sinn?

Die Ampel wäre ein Instrument um den von der Brücke kommenden und in Richtung Graach/Zeltingen-Rachtig fließenden Verkehr zu erleichtern. Bisher müssen die Fahrzeuge über den Moselparkplatz fahren. Dies macht die Situation dort vor allem in der Saison noch unübersichtlicher. Im Gespräch ist auch noch eine sogenannte Schleifenregelung im Bereich der Verbandsgemeinde-Verwaltung. Die findet aber nur wenig Gefallen.

Rückblick: Seit etwa 40 Jahren wird in Bernkastel-Kues darüber diskutiert, dem großen Gelände mehr Qualität zu geben (der TV berichtete mehrfach). Er soll natürlich in erster Linie Parkplatz bleiben. Autos, Motorräder, Fahrräder und Fußgänger sollen aber in geordneteren Bahnen unterwegs sein. Durch bauliche Elemente und mehr Grün soll auch eine gewisse Erholungsfunktion erreicht werden.

Das Land hat sich bereit erklärt, die Umsetzung großzügig zu fördern. Allerdings nur, wenn der Parkplatz mehr ist als eine reine Abstellfläche für Fahrzeuge. Das ist aber nur möglich, wenn ein Teil der etwa 520 Parkplätze wegfällt. Allein das sorgt in der vom Tourismus geprägten Stadt für Diskussionen.

Mit einem Architektenwettbewerb wurde nach Lösungen gesucht. Im Mai 2019 wurden die Pläne von einer Jury bewertet und der Öffentlichkeit präsentiert. Ein Architekt aus Berlin gewann mit einem Plan, der in der Hauptsache das Gelände zwischen dem alten Moselbahnhof und der Brücke umfasst. Herzstück ist eine große Treppenanlage, die den tiefer liegenden Platz mit der Altstadt verbindet. Etwa 100 Parkplätze würden verloren gehen. Ersatz, so ein Plan, könne am Kueser Moselufer geschaffen werden.

Damals, im Mai 2019, war noch von Kosten von etwa 3,5 Millionen Euro die Rede. Intern, so Stadtbürgermeister Wolfgang Port, habe man mit bis zu 4,5 Millionen Euro gerechnet. Bei konkreten Gesprächen sei dann aber eine Summe von zehn Millionen auf den Tisch gekommen.

Ausblick: Wichtig und Basis für das weitere Vorgehen sei deshalb die Verkehrsregelung außerhalb des Parkplatzes. Vertreter aller Fraktionen im Stadtrat sehen das so. Es gibt wohl Chancen, dass diese Planungen gefördert werden können. Er habe dafür schon eine mündliche Zusage, sagt der Stadtbürgermeister.

Pläne für eine Anbindung des Parkplatzes aus Richtung des Burgbergtunnels gibt es auch schon lange. Den Anwohnern der in diesem Bereich in die Stadt führenden Schanzstraße sei schon vor der Tunneleröffnung im Jahr 1997 eine Verkehrsberuhigung versprochen worden, sagt Robert Wies (FDP).

„Ohne Lösungen bei der Zufahrt und am Brückenkopf können wir alles andere einpacken“, sagt Stadtbürgermeister Port. „Das will ich aber nicht“, fügt er an.